Paar zwang psychisch Beeinträchtigte zu Prostitution

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Eine Frau mit Intelligenz eines zehnjährigen Kindes wurde im Burgenland von einem Paar wochenlang zur Prostitution gezwungen.

Zu je vier Jahren Haft wurde ein Paar aus Ungarn verurteilt, weil sie eine psychisch Beeinträchtigte Person in Österreich zur Prostitution gezwungen haben. Die angeklagten 24- und 26-Jährigen verbrachten bereits einige Monate in Untersuchungshaft. Während dieser Zeit gebar die Angeklagte sogar ein Kind, wie der ORF Kärnten berichtet.

Gemeinsam sollen sie eine andere Ungarin mit Schlägen und Tritten dazu gezwungen haben, Freier in Empfang zu nehmen. Die dabei lukrierten Zahlungen behielten sie vollständig ein. Am Landesgericht Klagenfurt stritten sie die Taten ab.

"Dummheit"

Der Verteidiger des Mannes gab an, dass der 26-Jährige durch die Coronakrise seinen Job verloren und deswegen "eine Dummheit" begangen hatte. "Er hat den Beschluss gefasst, eine Prostituierte in Österreich durch die Gegend zu kutschieren und so ein Einkommen zu lukrieren."

In diesen Wochen habe die Frau zwischen zehn und 15 Freier empfangen. Ein Gutachten hat ergeben, dass die Frau aufgrund ihrer Intelligenzminderung keine eigenen Termine ausmachen hätte können. Zudem spricht sie kein Deutsch und sei auch so nicht imstande, eine Flucht bzw. Reise zurück nach Ungarn zu organisieren.

Der Richter zitierte hier auch aus einem Gutachten, welches der Frau einen Intellekt vergleichbar mit jenem eines zehn- bis zwölfjährigen Kindes attestierte. Das Urteil lautet auf vier Jahre Haft wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels. Die Angeklagten erbaten sich Bedenkzeit, das Urteil ist deswegen noch nicht rechtskräftig.

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