Politik

Pamela Rendi-Wagner: So tickt die neue Gesundheitsmi...

Heute Redaktion
14.09.2021, 12:51

SPÖ-Chef und Kanzler Christian Kern hat in den Parteigremien Mittwoch Vormittag keine Probleme mit seiner Entscheidung über die Nachfolge der verstorbenen Gesundheits- und Frauenministerin Sabine Oberhauser gehabt: Der SPÖ-Vorstand sprach sich einstimmig für Pamela Rendi-Wagner aus. So tickt sie!

Dass Oberhausers Nachfolgerin nicht aus der Gewerkschaft kommt, tut für ÖGB-Chef Erich Foglar nichts zur Sache: "Ich denke, dass die Entscheidung eigentlich eine sehr gute sein wird." Rendi-Wagner, bisher Sektionschefin im Gesundheitsministerium, sei "ganz einfach eine kompetente Frau in der Sache". Auch Gewerkschafter Wolfgang Katzian sprach von einer guten Entscheidung.

Sozialminister Alois Stöger, nunmehr einziger Gewerkschafter in der roten Regierungsriege, bezeichnete Rendi-Wagner als Mitarbeiterin, "die immer die richtigen Antworten auf die Fragen gehabt hat" und auch schon Preise für ihre Arbeit gewann. Dass Rendi-Wagner nicht aus der Gewerkschaft kommt, ist Stöger egal: "Wer für die Menschen in Österreich arbeitet, der arbeitet auch für die Gewerkschaft."

Man werde Rendi-Wagner so gut wie möglich unterstützen, kündigte SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek an. Natürlich hätte es auch innerhalb der SPÖ-Frauen geeignete Kandidatinnen gegeben, bei der Kombination aus Gesundheit und Frauen könne sie aber "gut damit leben", dass eine "Feministin" den Posten bekommt.

Prävention durch Impfschutz

Die Wiener Medizinerin ist verheiratet, hat zwei Kinder und gilt als ausgezeichnete Wissenschaftlerin und Krisenmanagerin. Nach der Promotion an der Medizinischen Universität Wien 1996 machte sie ihre Facharztausbildung in London. Sie arbeitete über zehn Jahre wissenschaftlich am Institut für Tropenmedizin der MedUni Wien. Dort etablierte sie als Projektleiterin unter anderem ein Netzwerk zur flächendeckenden epidemiologischen Überwachung wichtiger Infektionskrankheiten und lieferte mehrere Studien, die zur wissenschaftlichen Grundlage für impfpolitische Entscheidungen wurden.

Dass das empfohlene Intervall für die Zeckenschutzimpfung von drei auf fünf Jahre hinaufgesetzt wurde, ist eines der Ergebnisse von Rendi-Wagners Impfforschungen. 2008 habilitierte sie sich zum Thema Prävention durch Impfschutz.

Ehemann war Botschafter

Danach verbrachte sie einige Jahre in Israel, wo sie als Gastprofessorin an der Universität Tel Aviv wirkte. Ihr Mann Michael Rendi, mit dem sie zwei Töchter hat, war österreichischer Botschafter in Israel. Nach der Berufung seiner Frau ins Gesundheitsministerium kehrte auch Michael Rendi nach Österreich zurück.

Nun ist er als Kabinettschef von SPÖ-Kulturminister Thomas Drozda im Bundeskanzleramt tätig. Rendi-Wagner selbst ist Mitglied im Bund sozialdemokratischer Akademiker (BSA).

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