Politik

Panama Leaks: Österreich hat das strengste Regime in...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:47

Nachdem Tausende Prominente, Politiker, Sportler und Finanzinstitutionen aufgeflogen sind, die Gelder vorbei an der Finanz über Briefkastenfirmen in Panama versteckten, forderte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling am Dienstag im Kampf gegen Steuerbetrug und Geldwäsche "klare internationale Regeln, die weit über eine Empfehlung hinausgehen". Zugleich legte Schelling die hand für österreichische Unternehmen ins Feuer.

Nachdem Tausende Prominente, Politiker, Sportler und Finanzinstitutionen aufgeflogen sind, die Gelder vorbei an der Finanz über Briefkastenfirmen in Panama versteckten, forderte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling am Dienstag im Kampf gegen Steuerbetrug und Geldwäsche "klare internationale Regeln, die weit über eine Empfehlung hinausgehen". Zugleich legte Schelling die hand für österreichische Unternehmen ins Feuer.

Schelling nahm dabei die österreichische Gesetzgebung in Schutz: "Wenn Sie in Österreich eine Firma, eine Stiftung haben, kann jeder hineinschauen und sehen, wem gehört die Firma, wer steckt dahinter, wer sind die Begünstigten", versicherte er die Transparenz in Bezug auf Firmen. Zumindest wisse man bei Stiftungen, wer der Stifter sei und woher das Geld komme.

"Österreich hat in Bezug auf die Geldwäsche das wahrscheinlich strengste Regime in Europa installiert" und man hätte auch im Zuge der Steuerreform viele Maßnahmen gegen Steuerbetrug gesetzt.
Lesen Sie weiter: Darum geht´s bei Panama-Leaks

Darum geht´s bei PanamaLeaks

 

 



Was bedeutet PanamaLeaks?

Eine anonyme Quelle übergab mehreren investigativen Journalisten ein riesiges Datenpaket mit Infos über Konten und Finanzgeflechte aus allen möglichen Ländern. Im Zentrum steht die Anwaltsfirma aus Panama, die das geheime Vermögen und Schwarzgeld nicht nur von Verbrechersyndikaten, sondern auch von Politikern, Prominenten und Sportlern über Briefkastenfirmen versteckt hat.

Wie viele Briefkastenfirmen werden genannt?

Insgesamt werden 214 000 Briefkastenfirmen genannt.

Warum sind Briefkastenfirmen so schlimm?

Je nachdem, woher das Geld kommt, das in einer solchen Firma angelegt wird, ist vorerstl nichts Illegales daran, sein Vermögen in Briefkastenfirmen in Panama zu verwalten. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, zeigen die Panama Papers aber, "dass es in der überwältigenden Zahl der Fälle vor allem um eines geht: die Verschleierung der wahren Inhaber der Firmen", was die ganze Sache illegal macht. Wie soll Mossack Fonseca vorgegangen sein?

Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, ein Offshore-Dienstleister mit Sitz in Panama, soll in Dutzenden Büros weltweit von Zürich über London bis Hongkong Briefkastenfirmen verkauft haben. Für schon 1.000 Dollar bekommt man eine anonyme Firma, die Mossack Fonseca gegen einen Aufpreis mit Scheindirektoren ausstattet und den oder die wahren Inhaber der Aktien dieser Firma verschleiert.
Wer steht auf der Liste?

Die mehr als elf Millionen Dokumente der Finanzkanzlei enthalten bekannte Namen. Die Spuren aus Panama führen zu den Reichen und Mächtigen, zu Prominenten und Schwerverbrechern. Ministerpräsidenten sollen ebenso auf der Liste stehen, wie Drogenbarone und Unternehmen mit Verbindungen zu terroristischen Organisationen. Auch Fußballstar Lionel Messi und der frühere Uefa-Boss Michel Platini werden genannt.
Was hat das Ganze mit Banken zu tun?

Auch zahlreiche Banken sollen verstrickt sein. Neben deutschen und Schweizer Banken wie der Commerzbank tauchen auch zwei österreichische Banken immer wieder auf: Raiffeisenbank International und die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank (Hypo Vorarlberg). Auch sie sollen an einigen undurchsichtigen Kontengeflechten und Verbindungen mit Briefkastenfirmen beteiligt sein.

Warum ausgerechnet Panama?

Panamagilt als einer der wichtigsten Finanzplätze Lateinamerikas. Ein äußerst liberales Bankengesetz lockt seit langem schon zahlreiche Kreditinstitute nach Mittelamerika. Die Finanzkrise ging an Panama weitgehend vorbei und brachte dem Finanzplatz sogar zusätzliche Investitionen. Nachdem sich die Schweiz zuletzt von ihrem Bankgeheimnis verabschiedet hatte, galt Panama vielen als neue Steueroase – niedrige Steuersätze und keine strafrechtliche Verfolgung aus steuerrechtlichen Gründen.

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