Welt

Papst Franziskus bereist den Nahen Osten

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:12

Papst Franziskus ist am Samstag auf seiner ersten Reise ins Heilige Land in Jordanien eingetroffen. Er nehme "voll Schmerz das Andauern starker Spannungen im Nahen Osten" wahr, sagte der Pontifex im Königspalast der jordanischen Hauptstadt Amann.

Papst Franziskus ist am Samstag auf seiner ersten Reise ins Heilige Land in Jordanien eingetroffen. Er nehme "voll Schmerz das Andauern starker Spannungen im Nahen Osten" wahr, sagte der Pontifex im Königspalast der jordanischen Hauptstadt Amann.

Der Papst sprach den Menschen im Nahen Osten Mut zu, "sich weiterhin in der Suche nach dem ersehnten dauerhaften Frieden für die gesamte Region zu engagieren". Den könne es nur bei einer "friedlichen Lösung der syrischen Krise wie auch einer gerechten Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt", geben, mahnte Franziskus im Königspalast in Amman.

Dort hatte ihn zuvor König Abdullah II. auf der ersten Station seiner knapp dreitägigen Pilgerreise empfangen. Am Flughafen hatten ihn bereits etwa 6.000 Menschen jubelnd begrüßt. Zugleich äußerte der Papst "tiefen Respekt und Achtung für die muslimische Gemeinschaft". Und würdigte die Religionsfreiheit und die Rolle der christlichen Minderheit in Jordanien. Sie leiste mit ihren Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Jordaniens.

Papst lobte Versorgung von Flüchtlingen

Ausdrücklich lobte Franziskus die Anstrengungen des Königreiches bei der Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge aus dem Irak und vor allem aus Syrien. "Diese Aufnahme verdient die Würdigung und die Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft", sagte der Pontifex. Die katholische Kirche werde sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Hilfe für die Flüchtlinge und die Notleidenden engagieren, vor allem durch die Caritas Jordanien.

In Jordanien stand nach dem Treffen mit dem König eine Messe im internationalen Stadion auf dem Programm. Schon Stunden vorher warteten dort Zehntausende mit Gesängen auf den Papst. Daran sollte sich ein Besuch der möglichen Taufstätte Jesu Christi am Jordan-Fluss und eine Begegnung mit Flüchtlingen anschließen.

Zweite Auslandsreise mit dichtem Programm

Das Besuchsprogramm ist ungewöhnlich dicht und führt den Pontifex bis Montag von Jordanien über die Palästinensergebiete bis nach Israel. Es ist die zweite Auslandsreise des Pontifex. Erstmals besucht anlässlich der Nahostreise des Papstes mit Patriarch Rai unterdessen auch ein religiöser Führer aus dem Libanon das verfeindete Israel.

Die radikale Schiitenmiliz Hisbollah reagierte verärgert und mit unterschwelligen Drohungen. Die Reise absagen wollte der Rai deswegen nicht: "Es ist ein religiöser, kein politischer Besuch, wenn sich der Papst in meine Diözese begibt, ist es normal, dass ich ihn dort begrüße", verteidigte er seinen Entschluss.

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