Papst kürzt auch Kardinal Schönborn das Gehalt

Christoph Schönborn muss auf einen Teil seines Gehalts verzichten.
Christoph Schönborn muss auf einen Teil seines Gehalts verzichten.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Weil der Vatikan finanzielle Probleme hat, wird den Kardinälen das Gehalt gekürzt. Davon betroffen ist auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Wegen eines finanziellen Engpasses müssen Geistliche und Kardinäle auf bis zu zehn Prozent ihres Einkommens verzichten. Die vergleichsweise leere Kasse des Heiligen Stuhls sei durch das Pandemie-Jahr zu begründen, heißt es. Im Rahmen eines "Motu proprio-Erlasses" (zu Deutsch etwa: "aus eigenem Antrieb") beschloss Papst Franziskus die Kürzung der Gehälter. Dabei handle es sich um einen "notwendigen Schritt zur Eingrenzung der Personalkosten", hieß es. Diese machen einen beträchtlichen Teil der Kosten des Heiligen Stuhls aus. Betroffen von der Maßnahme ist auch Kardinal Christoph Schönborn.

4.000 Mitarbeiter betroffen

Laut "Kathpress" verfügte der Pontifex in einem am Mittwoch veröffentlichten Erlass die zehnprozentige Kürzung für Kurienkardinäle. Andere leitende Mitarbeiter müssen demnach auf acht, sonstige angestellte Priester und Ordensleute auf drei Prozent ihres Gehalts verzichten. Außerdem werden laut dem vom Papst selbst verfügten Papier automatische Gehaltserhöhungen für zwei Jahre ausgesetzt. Insgesamt sind von der Maßnahme rund 4.000 Mitarbeiter betroffen. Die Kürzungen sollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Dies müsse laut Franziskus "unter allen Bedingungen" gelingen. 

Der Wirtschafts-Präfekt des katholischen Kirchenstaats, Pater Juan Antonio Guerrero Alves, versicherte, Gehälter und Arbeitsplätze blieben bestehen. Er bat Gläubige bereits in einem Mitte März veröffentlichten Interview um Unterstützung: Die für 2021 veranschlagten Ausgaben sind die niedrigsten in der jüngeren Geschichte des Heiligen Stuhls", sagte Guerrero damals. Zwar rechnet man in Rom mit einem Verlust von rund 50 Millionen Euro. Das Budget des Vatikans umfasst 2021 aber immer noch 213 Millionen Euro. Zum Vergleich: Noch 2019 standen dem Kirchenstaat rund 307 Millionen Euro zur Verfügung. Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie machen somit auch dem Vatikan zu schaffen.

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