Papst Leo XIV. ist nur einen Tag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus erstmals wieder öffentlich aufgetreten.
Am Sonntag (18. Oktober) sprach er das traditionelle Angelus-Gebet vor Tausenden Gläubigen vom Fenster seines Arbeitszimmers im dritten Stock des Apostolischen Palastes auf dem Petersplatz in Rom.
Erst am Samstagnachmittag hatte der Papst die Gemelli-Klinik verlassen, nachdem ihm ein Tumor aus der Lunge entfernt worden war. Laut Vatikan hatte sein behandelndes Ärzteteam keine Einwände gegen den öffentlichen Auftritt. Für die kommenden Tage wurden jedoch alle Audienzen bis Dienstag abgesagt.
Wie der ORF berichtet, war zunächst unklar, ob Leo XIV. am Mittwoch die Generalaudienz halten kann. In einigen Wochen ist zudem eine Reise nach Lateinamerika geplant, bei der der Papst zwischen dem 6. und 17. November Uruguay, Argentinien und Peru besuchen und rund 30 Ansprachen halten will.
Der Chirurg Stefano Margaritora, der die Operation durchgeführt hat, wurde am Sonntag vom Onlineportal Vatican News mit den Worten zitiert: "Ich würde sagen, dass es keine medizinischen Gründe gibt, warum diese Reise nicht stattfinden sollte."
Der Papst befinde sich in gutem klinischem Zustand und werde voraussichtlich noch rund zehn Tage für die vollständige Genesung benötigen.
Bei dem Eingriff war der untere Lungenlappen der rechten Lunge entfernt worden, in dem ein bösartiger Tumor entdeckt worden war. Die Operation sei ohne Komplikationen verlaufen und ein Routineeingriff gewesen, wie Margaritora erklärte.
Der Tumor war zufällig bei Untersuchungen des Bauchraums entdeckt worden, der Papst hatte zuvor keine Atemwegsbeschwerden.
Der Chirurg betonte, Leo XIV. sei während seines Krankenhausaufenthalts ein "idealer Patient" gewesen. Er habe die Anweisungen des Behandlungsteams befolgt und aktiv an seiner Rehabilitation mitgewirkt. Üblicherweise dauert die vollständige Genesung nach vergleichbaren Eingriffen etwa zwei Wochen, beim Papst rechnet der Arzt mit etwa zehn weiteren Tagen.
Laut Margaritora gibt es somit für die geplante Südamerikareise "keine medizinischen Gründe, warum diese Reise nicht stattfinden sollte". Der Papst plane, für die Reisen zwischen den Ländern zwölf Flüge zu absolvieren.