Politik

Papst rügt Ungehorsam von Österreichs Pfarrern

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:36

Der Papst hat am Donnerstag ausdrücklich die Forderungen der österreichischen Pfarrer-Initiative abgelehnt. In seiner Predigt bei der Chrisammesse am Gründonnerstag mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie ging Benedikt XVI. auf den "Aufruf zum Ungehorsam" ein und sagte, dass dieser Appell "vor kurzem von einer Gruppe von Priestern in einem europäischen Land" veröffentlicht worden sei.

Der Papst hat am Donnerstag ausdrücklich die Forderungen der österreichischen Pfarrer-Initiative abgelehnt. In seiner Predigt bei der Chrisammesse am Gründonnerstag mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie ging Benedikt XVI. auf den "Aufruf zum Ungehorsam" ein.

"Wir wollen den Autoren dieses Appells glauben, dass sie von Sorgsamkeit für die Kirche bewogen sind, dass sie überzeugt sind, die Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln in Angriff zu nehmen, um neue Wege zu öffnen. Ist Ungehorsam allerdings ein Weg?", fragte der Papst. Er warnte vor der Gefahr, dass die Pfarrer-Initiative lediglich "einen verzweifelten Drang" darstelle, die Kirche nach eigenen Wünschen und Ideen umzuwandeln. Dieser Weg sei jedoch nicht mit der Haltung Jesus' konform. Jesus sei es "um den wahren Gehorsam" gegangen, der "gegen die Eigenwilligkeit des Menschen" gerichtet sei.

Laien sollen predigen

Die kirchenkritische Pfarrerinitiative will Laien predigen lassen und die Kommunion auch Geschiedenen und Ausgetretenen spenden. Neben in der katholischen Kirche ausdrücklich Verbotenem wollen die Priester in Zukunft auch in jedem Gottesdienst eine Fürbitte für die Kirchenreform sprechen.

Schönborn: Ermutigung

Für Kardinal Christoph Schönborn sind die Worte des Papstes eine "Ermutigung für die Kirche in Österreich". Das teilte der Wiener Erzbischof am Donnerstagnachmittag in einer schriftlichen Erklärung gegenüber "Kathpress" mit. Gleichzeitig habe der Papst an die Pfarrerinitiative "ein paar sehr ernste Fragen gestellt". Der Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, ist über die Kritik von Papst Benedikt XVI. am Gründonnerstag sogar "angenehm überrascht". Die Predigt am Gründonnerstag sei zum Teil "sehr sanft" gewesen, sagte Schüller.

Riesen-Osterei an Sträflinge verschenkt

Bereits am Mittwoch hat Papst Benedikt XVI. während der Generalaudienz ein zweieinhalb Meter hohes und 250 Kilogramm schweres Osterei aus Schokolade geschenkt bekommen. Das riesige Ei wurde auf die Bühne der Audienzhalle gestellt. "Frohe Ostern an alle", rief das Oberhaupt der katholischen Kirche Tausenden von Gläubigen zu, die zur Generalaudienz in den Vatikan gekommen waren.

Das Ei stammt von einem Konditormeister aus der Nähe der norditalienischen Stadt Cremona, Antonio Scopelliti, der für seine Kreationen bereits öfters für Schlagzeilen gesorgt hat. Um das neue Jahrtausend zu feiern, hatte er der Stadt Cremona am 1. Jänner 2000 ein 1000 Kilo schwerer Weihnachtskuchen geschenkt.

Benedikt XVI. schenkte das riesige Schokoladen-Osterei an jugendliche Gefangene in Rom weiter. Wie die Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" am Mittwoch berichtete, soll das 250 Kilogramm wiegende und zwei Meter hohe Osterei in die Haftanstalt Casal del Marmo transportiert werden, die der Papst 2007 besucht hatte.

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