Niederösterreich

Parkchaos in St. Pölten: "Firmen sind in der Pflicht"

In St. Pölten mangelt es an Parkplätzen für Pendler. Die Stadt sieht eindeutig die Firmen in der Pflicht, stellt aber auch selbst Überlegungen an.
02.05.2022, 13:41

Wie berichtet kehrte in St. Pölten mit dem neuen Kamera-System in den ÖBB-Parkhäusern ein altbekanntes Problem in die Landeshauptstadt zurück: Für Berufspendler gibt es zu wenige leistbare Parkplätze. In der letzten kostenfreien "Parkplatz-Oase" der Innenstadt rund um Kaserne und Justizanstalt herrscht ein Parkchaos, Pendler standen zuletzt wieder absichtlich im Gras oder Parkverbot, um irgendwie in die Arbeit zu kommen. Inwiefern das genau mit dem ÖBB-Parkhaus in der Goldegger Straße zusammenhängt, gibt es hier nachzulesen.

Während man seitens der ÖBB erwartungsgemäß wenig Änderungsbedarf sieht, gibt man sich seitens der Stadt verhandlungsbereiter, schlägt aber grundsätzlich in dieselbe Kerbe. "Die Park & Ride Anlage wurde von den ÖBB, dem Land NÖ und der Stadt in Kooperation errichtet, um PendlerInnen, die Bahn und Bus benutzen, eine Möglichkeit zum Parken zu bieten. Öffentliche Parkplätze, Kurzparkplätze oder Dauerparkplätze wurden nie umgesetzt und konnten entgegen der Widmung und entgegen dem Gesetz nur deshalb genutzt werden, weil kein technisch ausgereiftes Einfahrtssystem zur Verfügung stand", heißt es von der Stadt.

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Arbeitgeber müssen Möglichkeiten bieten

Für externe Pendler, die ihr Auto am Ort ihrer Arbeit abstellen wollen, sei das Park & Ride System weder vorgesehen noch geeignet und sicherlich auch nicht im Sinne des zweckmäßigen Umgangs mit Steuergeldern. "Hier sind einerseits sicherlich ArbeitgeberInnen gefordert, ihren MitarbeiterInnen bestimmte Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen, anderseits versucht die Stadt, Dauerparkplätze bei Garagenprojekten in der Innenstadt zu urgieren bzw. umzusetzen. Darüber hinaus steht natürlich jedem der öffentliche Parkraum zur Verfügung, der aber in jeder urbanen Kernzone einer Stadt naturgemäß begrenzt ist", erklärt man gegenüber "Heute" weiter.

Während das Öffi-System in St. Pölten immer besser wird, ist man im Umland oft auf das Auto angewiesen. "Allerdings gehören im Umland definitiv noch Hausaufgaben erledigt, weswegen sich die Stadtpolitik und die Verwaltung seit Jahren bei übergeordneten Stellen für ein S-Bahn und S-Bussystem stark machen. Denn eines ist klar: Nur leistungsfähige und komfortable Öffis sind ein Anreiz für den Umstieg vom Pkw", weiß man seitens der Stadt. 

Ein Beispiel: Will man etwa von der gerade einmal zehn Autominuten entfernten Marktgemeinde Karlstetten nach St. Pölten und klassisch um 9 Uhr mit der Arbeit beginnen, dann muss man sich öffentlich schon kurz vor 7 Uhr auf den Weg machen und ist sogar effizienter, wenn man die knapp zehn Kilometer einfach zu Fuß geht. Realistisch betrachtet bleibt also nur das Auto. Entweder man kommt rechtzeitig für einen kostenlosen Parkplatz, hat bei der Firma einen oder zahlt über 100 Euro im Monat für einen Stellplatz in einer Garage (Beispiel Parkhaus Promenade: 109 Euro im Monat).

Doch mögliche Lösung in Sicht

Dennoch ist man seitens der Stadt auch um eine kurzfristige Lösung bemüht. Derzeit läuft in der Goldegger Straße noch ene Testphase bis Ende Mai. "Erkenntnisse daraus in mögliche Überlegungen für den faktischen Betrieb nach Mai laufen. Dabei könnte es auch Überlegungen geben, einen Teil der Parkplätze für die Innenstadt-Parker in Form von Dauerstellplätzen odgl. zur Verfügung zu stellen", gibt man den Pendlern einen Hoffnungsschimmer. Seitens der ÖBB war man von einer derartigen Lösung auf "Heute"-Nachfrage vergangene Woche allerdings noch wenig angetan.