Der Ärger um die Parkplatz-Situation in Wien ebbt einfach nicht ab! "Heute"-Leser Ben* (Name von der Redaktion geändert, Anm.) suchte sich am Mittwoch kurz vor 11.00 Uhr einen Parkplatz in der Favoritenstraße.
Doch als er einen 15-Minuten-Parkschein über die App "Handyparken" lösen wollte, ging der Frust los. "Die App hat mir eine Fehlermeldung angezeigt, daraufhin habe ich sie aktualisiert", so der Wiener. Doch die Rechnung hatte er ohne den Parksheriff gemacht. Trotz ausgefüllten Parkscheins kassierte Ben nämlich eine 50-Euro-Strafe.
Der Grund: Der Parkschein war erst um 10.41 Uhr aktiv, die Strafe wurde etwa 15 Sekunden vorher ausgestellt. "Ich war in der Nähe des Autos und habe versucht, ihm das zu erklären", schildert der Autofahrer. Seine Erklärungsversuche verliefen jedoch im Sand. Der Parksheriff wollte nicht mit sich reden lassen und hatte keinerlei Verständnis für die Situation. Die Strafe zog er also nicht zurück.
"Heute" fragte bei MA 67 (Parkraumüberwachung) bezüglich des Vorfalles nach. Die Parkometerabgabe ist zu entrichten, bevor sich der Lenker vom Fahrzeug entfernt. Die Abgabe bei Verwendung elektronischer Parkscheine gilt dabei erst als entrichtet, wenn die Abstellanmeldung durch das elektronische System bestätigt wird, erklärt ein Pressesprecher gegenüber "Heute".
Im aktuellen Fall war zum Zeitpunkt der Kontrolle weder ein physischer Parkschein vorhanden, noch ein elektronischer Parkschein aktiviert. Erst nach erfolgter Beanstandung wurde ein kostenloser 15-Minuten-Parkschein gebucht. "Auf den Fotos, welche im Rahmen der Amtshandlung angefertigt werden, ist keine Person ersichtlich", führt der Pressesprecher weiter aus.
Ben sieht das naturgemäß anders. Er bleibt dabei: "Ich bin beim Fahrzeug gestanden!" Außerdem habe der Parksheriff auch noch die falsche Adresse auf dem Strafzettel vermerkt. "Ich würde mir von der Stadt mehr Kulanz gegenüber den Bürgern in so einer schwierigen Wirtschaftslage wünschen. Wir brauchen mehr Menschlichkeit und weniger Geldeintreiberei", so der Appell des Wieners.