Parteien-Streit um Polizeieinsatz im Linzer Rathaus

FPÖ-Stadtrat Raml mit den zwei Ordnungsdienstmitarbeitern, die die mutmaßliche Randale beendet haben.
FPÖ-Stadtrat Raml mit den zwei Ordnungsdienstmitarbeitern, die die mutmaßliche Randale beendet haben.Stadt Linz
Was war denn da los? Gab's jetzt einen Randalierer im Linzer Rathaus – oder nicht? FPÖ und SPÖ sind da unterschiedlicher Meinung.

Heute, Mittwoch, um exakt 8.55 Uhr schickte FPÖ-Stadtrat Michael Raml aus: "Mann bedroht Mitarbeiterin im Gesundheitsservice und zerstört Büro-Einrichtung."

Um 12.30 Uhr, also exakt 3 Stunden und 35 Minuten später, reagierte die Bürgermeister-Partei SPÖ auf die Aussendung. Grundtenor: Alles anders!

Parteienstreit um einen Polizeieinsatz im Linzer Rathaus!

Zwei Parteien, zwei unterschiedliche Wahrnehmungen. Also, laut FPÖ-Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) soll sich Folgendes im Rathaus abgespielt haben:

FPÖ: "Begann, Einrichtung zu zerstören!"

"In der städtischen Gesundheitsabteilung bedrohte ein junger Mann eine Mitarbeiterin und begann sogar ihr Büro zu verwüsten und ihre Einrichtung zu zerstören. Auch ein von der Mitarbeiterin zu Hilfe gerufener Kollege konnte den Mann nicht bändigen, weshalb die beiden alarmierten Ordnungsdienst-Mitarbeiter rasch zur Hilfe eilten. Erst sie konnten der Situation Herr werden und den Mann beruhigen sowie aus der Gesundheitsabteilung entfernen. Auch nach dem Einsatz des Ordnungsdienstes blieb der Mann stur und uneinsichtig, weshalb schließlich die Polizei hinzugezogen wurde und ihn nach mehrmaliger Zurechtweisung schlussendlich vom Rathausgelände entfernte." So die Aussendung von FPÖ-Stadtrat Raml im Wortlaut.

SPÖ: "Nur auf Tisch geschlagen!"

Laut dem Büro von Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) soll es allerdings ganz anders gewesen sein. Von einem Zerstören des Büros könne man nicht reden. In keinster Weise. Es habe sich um einen geistig verwirrten Menschen gehandelt, der eine Therapie bekommen wollte. Und im Büro lediglich auf den Tisch gehauen habe. Mehr nicht!

Was tatsächlich stimmt? Das werden die beiden Parteien untereinander klären müssen. Wie so oft, könnte die Wahrheit in der Mitte liegen. Oder – je nach Partei – etwas weiter rechts oder links davon …

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Kommentar dazu von "Heute OÖ"-Redaktionsleiter Armin Bach

Vor ein paar Tagen sagte mir ein Linzer, den man kennt, dessen Namen ich aber hier nicht nennen will, dass "Linz noch ein Problem bekommen wird – mit Hein und seiner FPÖ".

Und der Alleingang von Stadtrat Raml heute zeigt, dass der Linzer SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger schon längst ein Problem mit seinem früheren "Koalitionspartner" hat.

Es ist im Grunde nämlich unpackbar, dass bei einem so sensiblen Thema wie "Bedrohung im Rathaus samt Zerstörung eines Büros" (wie es FPÖ-Stadtrat Raml wahrgenommen haben will), man sich VOR einer Aussendung nicht mit dem Bürgermeister abstimmt. Schließlich ist und bleibt das Rathaus (als Gebäude und als Behörde) Bürgermeister-Angelegenheit.

Dass es dann dazu kommt, dass ein Bürgermeister-Büro die Aussendung eines stadteigenen Berufspolitikers (der, zugegeben, einer anderen Partei angehört) relativieren muss, ist beschämend für die Stadt und beschädigt das Ansehen von Linz.

Bleibt die Frage, wieso es zu dieser Aussendung kam. Diese Frage kann zwar auch das Bürgermeister-Büro nicht beantworten, aber es darf vermutet werden, dass der "schnelle Erfolg" der seit Montag aktiven Ordnungsdienst-Patrouille (gehört in Ramls Aufgabengebiet) im Rathaus gesucht wurde.

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