Coronavirus

Wiederkehr: "PCR-Tests für Schulen nicht notwendig"

Klare Ansage vom Wiener Vizebürgermeister zwei Wochen vor Schulstart: Er hält eine breite PCR-Teststrategie für fehl am Platz.

Nikolaus Pichler
Christoph Wiederkehr nahm am Samstag zum bevorstehenden Schulstart Stellung.
Christoph Wiederkehr nahm am Samstag zum bevorstehenden Schulstart Stellung.
Screenshot ORF TVthek

Für Wiens Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) braucht es jedenfalls keine flächendeckenden PCR-Tests an den Schulen. Das betonte er am Samstag in "Wien heute" auf ORF: "Mit den aktuellen Varianten sehe ich es als nicht notwendig an, dass flächendeckend auch getestet wird", sagte Wiederkehr. Derzeit sei es ausreichend, wenn bei Symptomen ein Test gemacht werde.

In rund zwei Wochen beginnt in Wien das neue Schuljahr. Die genauen CoV-Maßnahmen an den Schulen werden vom Bund erst Ende August bekanntgegeben.

Sollten neue, gefährlichere Varianten kommen, könnten die flächendeckenden Tests an den Schulen "jederzeit" wieder eingeführt werden und auch wieder eine Maskenpflicht verhängt werden, so Wiederkehr. "Wir müssen auch lernen mit dem Virus umzugehen und zu leben. Aber trotzdem natürlich weiterhin auch Respekt zu haben".

Minister will, dass positive Lehrer in Schulen arbeiten können

Seit der Abschaffung der Quarantäne dürfen symptomlose Coronainfizierte mit FFP2-Maske zur Arbeit gehen. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) will, dass das auch an den Schulen gilt. Die Lehrergewerkschaft kritisiert das Vorhaben und mehrere Länder haben angekündigt, an Pflichtschulen kein coronapositives Personal einzusetzen. Auch die Bundesschul-Direktoren sehen den Einsatz infizierter Pädagogen skeptisch, die entscheidende Frage sei dabei die künftige Teststrategie.

Für Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktorinnen und -Direktoren, ist die Vorgabe "noch nicht ganz ausgereift". Denn um bewusst coronapositive Lehrerinnen oder Lehrer mit Maske unterrichten lassen zu können, müsste man überhaupt einmal wissen, dass jemand infiziert ist. "Die Teststrategie ist das Um und Auf", betont sie gegenüber der APA. Andernfalls würden nämlich sowohl Lehrer als auch Schüler unwissentlich mit Infektion, aber ohne Maske im Klassenraum sitzen und womöglich andere anstecken. Auch für Wolfgang Bodai, neuer Sprecher der BHS-Direktorinnen und Direktoren, hat die Debatte ohne Teststrategie wenig Sinn.

Experten sollen entscheiden

In der Frage, wie diese aussehen soll, ist Zins selbst "ein bissl zerrissen": Drei Tests pro Woche wie im vergangenen Schuljahr seien auf Dauer organisatorisch nicht machbar und der Wegfall der Kontakte mit den Gesundheitsbehörden bei Infektionsfällen sei für die Schulen eine große Erleichterung. "Aber natürlich gibt es den sorgenvollen Blick in die Zukunft, wie das mit den Infektionen ausschauen wird."

Auch Bodai verweist auf den hohen Aufwand der Tests, man habe damit aber auch sehr viele Fälle entdecken und weitere Infektionen verhindern können. Er würde sich deshalb wünschen, dass auf Basis der Einschätzung von Experten entschieden wird, ob angesichts der dominanten Mutationen und der Gefährlichkeit des Virus regelmäßige Tests sinnvoll und notwendig sind.

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