Wer sich heuer einen neuen Computer zulegen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Ära des günstigen PCs unter 500 Dollar geht laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner in den kommenden Jahren endgültig zu Ende. Sowohl Unternehmen als auch Privatkunden sind von den Preissteigerungen betroffen.
Der Grund für die massiven Preissprünge: Die Kosten für Speicherchips sind förmlich explodiert. Die Produktionskapazitäten werden zunehmend auf margenstarke Chips für KI-Server umgeleitet. Das führt zu einem Mangel an günstigen Chips für herkömmliche PCs und Smartphones - mit spürbaren Folgen für den gesamten Markt.
Wie computerwoche.de berichtet, erklärt Gartner-Analyst Ranjit Atwal, dass die PC-Preise 2026 voraussichtlich um rund 17 Prozent steigen werden. Die höheren Speicher- und Komponentenpreise dürften dazu führen, dass sich Upgrade-Zyklen verlangsamen, da PCs schlicht zu teuer werden und Unternehmen ältere Hardware länger nutzen.
HP-Finanzchefin Karen Parkhill bestätigte die dramatische Entwicklung: Die Speicherpreise haben sich im Vergleich zum Vorquartal etwa verdoppelt. Der Speicher mache mittlerweile 35 Prozent der PC-Herstellungskosten aus - doppelt so viel wie im historischen Durchschnitt. "Im letzten Quartal beliefen sich die Kosten für Speicher- und Storage auf etwa 15 bis 18 Prozent unserer PC-Materialkosten", so Parkhill.
Die Folge: Unternehmen und Privatkunden werden ihre Geräte deutlich länger nutzen. Bei Geschäftskunden dürfte die Nutzungsdauer im Schnitt um 15 Prozent steigen, bei Privatkunden sogar um 20 Prozent. Der PC-Absatz könnte heuer um über zehn Prozent einbrechen.
Eigentlich war erwartet worden, dass die Preise für KI-fähige Computer sinken. Das Gegenteil ist der Fall. "Eigentlich wurde erwartet, dass die Preise für KI-PCs sinken werden. Stattdessen wird in diesem Jahr mit einem Preisanstieg gerechnet, was die Verbreitung verlangsamen dürfte", so Atwal.
Analyst Jack Gold von J. Gold Associates sieht KI-PCs damit als "nice to have" statt als Notwendigkeit. "Bei modernen Rechnern ist eine Reduzierung des Arbeitsspeichers keine wirkliche Option, da die Leistung - insbesondere im KI-Bereich - stark darunter leidet", warnt er.
Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch: Intel stellte im Jänner den neuen PC-Chip Panther Lake vor, AMD präsentierte neue KI-Prozessoren unter der Marke Ryzen. HP und Dell planen im März weitere Laptops mit den neuen Chips. Ob die Preise mittelfristig wieder sinken, bleibt allerdings fraglich. "Das Speicherproblem wird uns langfristig begleiten", prognostiziert Gold.