Die sintflutartigen Regenfälle sorgten am Sonntag bis in die Nacht hinein vor allem in Teilen Niederösterreichs für Überschwemmungen und zahlreiche Feuerwehreinsätze. Das Landesfeuerwehrkommando spricht von einem "Großkampftag". Montagsfrüh konnte zumindest vorerst leichte Entwarnung gegeben werden. Die Pegelstände der Flüsse gehen langsam zurück.
2.000 Einsatzkräfte von 150 Feuerwehren mussten am Sonntag allein in Niederösterreich 450 Einsätze bewältigen. Am stärksten betroffen waren die Bezirke Melk, St. Pölten, Tulln, Scheibbs und Amstetten. Auch das Bundesheer war mit Pionieren im Einsatz. Bei Melk mussten sie etwa von Booten aus Verklausungen räumen.
An mehreren Orten fielen weit über 100 Liter pro Quadratmeter Regen, wie der Wetterdienst UWZ.at berichtet. Die höchste Niederschlagsmengen wurden in Linienfeld gemessen. Dort fielen allein von Samstag bis Sonntagnachmittag 126 Liter pro Quadratmeter Regen. Auch in Lunz am See (121 l/m²) und Kirchberg an der Pielach (120 l/m²) fiel die Niederschlagsmenge ähnlich hoch aus.
In Wieselburg (Bezirk Scheibbs) waren die Große und die Kleine Erlauf über die Ufer getreten. Sonntagabend traf der Katastrophenhilfsdienst ein, berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando Scheibbs. Einsatzkräfte aus dem gesamten Bezirk halfen in der Stadtgemeinde bei den Aufräumarbeiten nach dem Starkregen.
Der stundenlange Starkregen überflutete 150 Keller und Garagen, zahlreiche Straßen waren bis zu einen halben Meter hoch vermurt, wie der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos NÖ, Franz Resperger, mitteilte. "Damit nicht genug sind dutzende Bäume auf Strom- und Telefonleitungen gestürzt. Die Notruftelefone der Feuerwehr haben im Sekundentakt geläutet“, so Resperger.
Die Wassermassen forderten am Sonntag auch ein Todesopfer. Beim Kraftwerk Wallsee (Bezirk Amstetten) stürzte ein Mann in die Donau. "Der Mann wurde von der Bootsbesatzung der Feuerwehr Wallsee gerettet und in das Boot gezogen, dort wurden sofort Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt", schilderte Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerkommando Amstetten. Doch die Reanimationsversuche bleiben erfolglos, der Mann starb noch am Ufer.
Die Regenmassen sorgten für Fluten entlang der Donau. Auch in Wien machten sich die Wassermassen bemerkbar: Der Pegel des Wienflusses stieg bedrohlich an.