Fussball

Peinlicher Animator: FIFA-Boss blamiert sich bei Event

Bei einem Event vor der WM-Gruppenauslosung versucht Gianni Infantino, die Zuschauer zu animieren. Das scheitert blamabel.
20 Minuten
30.03.2022, 17:02

So hatte sich das der FIFA-Präsident Gianni Infantino bestimmt nicht vorgestellt. Ein paar Tage vor der Auslosung für die WM 2022 (21. November bis 18. Dezember), die am frühen Freitagabend stattfindet, versuchte Infantino im Wüstenort für Stimmung zu sorgen.

Doch sein Vorhaben scheiterte kläglich. Am Ende seiner Rede, in der er das Volunteer-Programm präsentierte und die kommenden Freiwilligen lobte, versuchte er am Ende, die Zuschauenden zu animieren. Der 52-Jährige wollte Sprechchöre hören – und blamierte sich komplett. Zunächst sollten die Menschen dreimal Katar rufen, dann dreimal FIFA. Doch kaum jemand machte mit, die Rufe verebbten schon nach wenigen Sekunden. Die Folge: Riesen-Spott auf Social Media. Ein User meinte: "Ein erster Vorgeschmack auf eine seelenlose Fußballweltmeisterschaft: Präsident Gianni Infantino versucht (und scheitert), Katar, Katar, Katar, FIFA, FIFA, FIFA zu skandieren."

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"Ich habe für mich schon vor einem Jahr beschlossen, dass ich die Spiele der WM in Katar nicht verfolgen werde. Herr Infantino arbeitet hart daran, mich in meiner Auffassung zu bestätigen", twitterte jemand anders. ARD-Journalist Robert Bongen griff das Video auch auf, er meinte zu den skurrilen Szenen: "Und nun alle: 1,2,3 – Korruption, Korruption!"

Infantino lässt sich von diesem Spott derweil nicht beirren. Der Schweizer, der zuletzt nach Katar zog, freut sich auf die Auslosung. Auch die nun wieder lauter werdende Kritik am Austragungsort perlt an ihm ab. Darauf angesprochen, verwies der FIFA-Präsident trotz der Missstände bei den Arbeitsbedingungen in Katar auf die Fortschritte. "Natürlich ist es kein Paradies. Natürlich ist es nicht perfekt. Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber da müssen wir dranbleiben. (...) Wir müssen Veränderungen fördern", sagte Infantino und fügte hinzu: "Das Vermächtnis in Bezug auf Menschenrechte und Arbeitnehmerrechte ist und wurde bereits vor der Weltmeisterschaft erreicht. Es ist wichtig, dass es hierbleibt und bleiben wird. Es wird bleiben, weil es gesetzlich verankert ist."

Das Emirat steht seit Jahren in der Kritik. Berichte über Tausende tote Arbeiter sorgen immer wieder für laute Kritik – insbesondere aus Europa. Die Regierung des Emirats verweist auf etliche Reformen zur Verbesserung der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter. So baute Katar das Kafala-System ab. Dieses auch in anderen Ländern der Region verbreitete System bindet ausländische Arbeiter fest, einen einheimischen Bürger und ebenso einen Arbeitgeber. Verstöße gegen die neuen Gesetze würden rigoros verfolgt. Amnesty International sieht aber weiterhin gravierende Mängel im WM-Gastgeberland Katar.