Niederösterreich

Pendlerin ärgert sich über fehlende Halte im Traisental

Eine Frau aus Göblasbruck ist verärgert: "Bei der Verbindung Traisen - St. Pölten hat die ÖBB in den letzten Jahren fünf Haltestellen herausgenommen."
Erich Wessely
22.12.2020, 15:03

"Ich selbst wohne in Göblasbruck und bei der Verbindung Traisen - St. Pölten hat die ÖBB in den letzten Jahren fünf Haltestellen herausgenommen! Es gibt somit auch keine Bedarfshaltestelle, was ja auch eine Alternative gewesen wäre", ärgert sich eine betroffene Pendlerin gegenüber "Heute".

Und die Frau weiter: "Die Haltestellen wurden auch schon abgerissen. Warum? Sie verweisen immer wieder darauf, dass es ja die Busse gibt, aber die Busse sind auch nicht gerade umweltfreundlich und außerdem geht es mit der Bahn schneller, denn die sind nicht an den Verkehr gebunden und stehen somit in keinem Stau und man kann als Fahrgast die Zeit besser einteilen. Denn sollte man eine Bahnverbindung weiter dann von St. Pölten benötigen, kann man sich beim Busfahren nicht verlassen. Wenn der Bus im Stau steht, wartet der Zug in St. Pölten nicht auf mich und ich muss mich dann auf die nächste Verbindung verlassen."

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"Was machen da ältere Personen?"

Am Sonntag sei die Situation noch schwieriger: Hier gebe es "wenige bis gar keine Bus- oder Bahnverbindungen ins Traisental. Was machen da wirklich Leute, die keine Auto haben oder ältere Personen, die vielleicht auf einen Friedhof fahren wollen?"

Die Haltestelle Göblasbruck wurde vor einiger Zeit nach Abstimmung der beteiligten Partner und einer gemeinsamen Entscheidung von VOR und ÖBB aufgrund eines zu geringen Reisendenaufkommens aufgelassen, heißt es seitens der ÖBB auf "Heute"-Anfrage.

"Gemeindeentwicklung berücksichtigt"

ÖBB-Sprecher Christopher Seif: "Natürlich wurde bei dieser Entscheidung die zukünftige Gemeindeentwicklung berücksichtigt. Ein-/Aussteiger in einem sehr niedrigen 2-stelligen Bereich pro Tag sind jedoch zu wenig, auch bei einer steigenden Bevölkerungszahl sind die Fahrgastzahlen stetig gesunken. Eine Prognose für die Zukunft hat auch keinen entsprechenden Wert hinsichtlich der Zielnetzkriterien ergeben, der ein Weiterbestehen und ein Festhalten an der Haltestelle gerechtfertigt hätte. Ein Halt von Zügen in der Station Göblasbruck ist aus Fahrplangründen nur möglich, wenn ein anderer Halt in diesem Abschnitt aufgelassen wird. Außerdem müsste ein Bedarfshalt ja für alle Züge möglich sein, nicht nur vereinzelt bei wenigen Ausnahmen."

Und der ÖBB-Sprecher weiter: "Bei der Erstellung eines möglichst optimalen Angebotes muss man sich bezüglich einer attraktiven Fahrzeit verbunden mit einem entsprechend dazu passenden Haltemuster vordergründig an den Interessen der Mehrheit der Fahrgäste orientieren und da ist es leider nicht möglich, die Wünsche eines jeden einzelnen erfüllen zu können. Gleichzeitig möchte ich festhalten, dass auf der Traisentalbahn viele Verbesserungen für einen attraktiveren Fahrplan in den letzten Jahren umgesetzt wurden."