Nach Skisprung-Eklat

"Penis mit Klebeband!" ÖSV-Star packt über Tricks aus

Nach Gerüchten um pikante Manipulationsmethoden im Skispringen sorgt nun ÖSV-Langläufer Mika Vermeulen kurz vor Olympia für ein Ski-Beben.
Sport Heute
15.01.2026, 20:53
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

ÖSV-Star Mika Vermeulen sorgt knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen für einen Ski-Knall. Der Langläufer spricht in einem norwegischen Podcast offen über pikante Tricks im Skispringen. Und befeuert damit eine Debatte, die während der Vierschanzentournee für viel Aufsehen gesorgt hat.

Penis-Aufregung bei Tournee

Rückblick: Im Vorjahr sorgte Norwegens Sprungteam für einen Schummel-Eklat bei der Heim-WM. Ihr Anzug-Betrug flog wegen eines heimlich gefilmten Videos auf. Erst am Donnerstag, fast ein Jahr später, wurde nun ein verantwortliches Trio aus dem Betreuerstab von der FIS für 18 Monate gesperrt. Mitten während der Vierschanzentournee sorgte dann ein Bericht der deutschen "Bild" für neue Aufregung. Springer hätten in der Vergangenheit ihren Penis mit Paraffin oder Hyaluronsäure künstlich vergrößert, um die Anzuggröße zu erweitern und mehr Auftrieb zu generieren.

Wieder gerieten die Norweger in die Schlagzeilen: Halvor Egner Granerud sagte dem "Dagbladet": "Rune Velta (Cheftrainer) kam vor der Qualifikation in die Umkleidekabine und sagte: 'Ihr müsst euch auf Fragen zu Penisinjektionen gefasst machen.' Ich muss zugeben, dass ich dachte, das sei ein Scherz. Das ist für mich völlig absurd. Als Rune Velta vor der Qualifikation darüber sprach, war ich sicher, dass er scherzt."

Vermeulen sorgt für Beben

Jetzt gibt es neue Schlagzeilen. Dieses Mal kommen sie aus Norwegen und betreffen einen Österreicher. ÖSV-Langläufer Mika Vermeulen spricht im norwegischen Podcast "Skirious Problems" offen mögliche Tricksereien im Intimbereich an.

Vermeulen: "Die Leute haben ständig betrogen. Sie stopften tonnenweise Plastilin in ihre Unterwäsche, um einen größeren Schritt zu erzielen." Das bringe beim Skispringen mehr Anzugfläche und verschaffe dadurch in der Luft einen Vorteil.

Der Österreicher weiter: "Als ich das erste Mal Messungen vornehmen sollte, kamen die älteren und erfahreneren Springer zu mir und sagten: 'Es ist sehr wichtig, dass du deinen Penis mit Klebeband festklebst, denn so wird dein Schrittmaß ein oder zwei Zentimeter niedriger.'"

FIS greift jetzt hart durch

Keiner dieser Athleten sei aktuell noch im Weltcup aktiv, sagt der 26-Jährige. Sie hätten heutzutage ohnehin ein schweres Leben. Seit dem angesprochenen WM-Skandal in Trondheim geht im Weltcup der Kommissar um. Chef-Materialkontrolleur Mathias Hafele, auch als Anzug-Sheriff bekannt, setzt die Regeln streng um.

Für Vermeulen greift das noch nicht weit genug: "Ich kann das mit hundertprozentiger Sicherheit sagen: Alle, die beim Skispringen und in der Nordischen Kombination disqualifiziert werden, betrügen absichtlich. Und sie rechtfertigen das einfach damit, dass sie sagen: 'Jaja, aber alle anderen machen das auch.'"

Zu lasche Kontrollen?

Der Schladminger lässt beim norwegischen Sender "NRK" aufhorchen: "Ich sage nicht, dass alle betrügen. Ich sage nur, dass man eine schlechte Kultur schafft, wenn Betrug nicht streng bestraft wird. Und das ist eine gefährliche Kultur. Man schafft eine Kultur, in der es in Ordnung ist, nach Schlupflöchern zu suchen. Wenn man beim Betrügen erwischt wird, sollte man für einen längeren Zeitraum gesperrt werden. Es sollte keine Karten geben. Man hat betrogen."

Skispringer am Rand der Fairness

Nach den neuen Karten-Regeln werden Athleten nach zwei Anzugs-Vergehen für zwei Bewerbe gesperrt. Vermeulen: "Im Skilanglauf halten wir uns zu 100 Prozent an die Vorgaben, was die WADA-Dopinglisten und alles angeht. Aber im Skispringen geht man lieber bewusst ein Risiko ein oder bewegt sich ganz am Rande der Grenze und denkt, dass es irgendwann sicher schiefgehen wird, aber dass das trotzdem völlig in Ordnung ist."

Erster Gegenwind schlägt Vermeulen entgegen. Die Windrichtung? Wieder aus Norwegen. Ex-Kombinierer Magnus Moan ärgert sich bei "NRK": "Ich bin mir nicht sicher, ob er weiß, was er damit anrichtet, wenn er darüber spricht. Das ist wie eine große Fackel in seinem eigenen Wespennest."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.01.2026, 21:10, 15.01.2026, 20:53
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen