Star-Trainer Pep Guardiola ist die Titelverteidigung weder in der Premier League noch im FA Cup gelungen. Im Cup schieden die Citizens jüngst gegen Arsenal im Halbfinale aus. In der Liga war der FC Liverpool schier übermächtig. Auch, weil City in der Abwehr schwächelt.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Katalane dringend Verstärkung in der Innenverteidigung sucht. Ein spielstarker Abwehrchef soll es sein. Diese beschreibung passt perfekt auf David Alaba, der die Bayern in dieser Rolle zum Double geführt hat. Weil sein Vertrag im Sommer 2021 ausläuft, der Österreicher mit der Unterschrift zögert, hat ihn Guardiola als seinen Wunschtransfer auserkoren. Das war in den vergangenen Wochen aus England zu vernehmen.
Alaba scheint hingegen auf Angebote aus Barcelona oder von Real Madrid zu warten. Bei den Bayern pokert er hingegen hoch. Die geforderten 20 Millionen Euro Jahresgehalt will ihm sein Klub aktuell nicht zahlen, ihn aber unbedingt halten. Bei City wäre das Geld kein Problem. Der Scheichklub will sich aber nicht länger hinhalten lassen.
Guardiola will Planungssicherheit und scheint seinen Traum von der Wiedervereinigung mit Alaba aufgegeben zu haben. Der ehemalige Bayern-Trainer steht vor der Verpflichtung von Nathan Ake.
Der Inneverteidiger von Bournemouth ist wie Alaba Linksfuß, stark im Spielaufbau und wird von mehreren Top-Vereinen umworben. Der Niederländer ist mit 25 Jahren um drei Jahre jünger als Alaba. Weil sein Vertrag nur ein Jahr länger läuft als jener des Bayern-Stars, ist auch er erschwinglich. Chelsea und Manchester United sind ebenfalls interessiert, haben aber wohl schlechtere Karten.
Der englische "Guardian" berichtet, dass City ein Angebot in Höhe von 35 Millionen Pfund abgeben werde. Umgerechnet sind das rund 39 Millionen Euro. Die Bayern hätten für Alaba gern 60 bis 80 Millionen Euro, wobei zuletzt auch von einer deutlich niedrigeren Summe die Rede war.
Das Problem des Wieners: Dass Guardiola seinen Fokus auf Ake verlagert, übt zusätzlichen Druck auf Alaba aus. Die spanischen Giganten dürften sich einen Transfer in diesem Sommer nicht leisten können. Sowohl Barca als auch Real haben durch die Corona-Krise limitierte finanzielle Mittel. Bei Real spielte Kapitän Sergio Ramos in dieser Saison groß auf. Mit Raphael Varane, Nacho Fernandes und dem jungen Eder Militao ist die Innenverteidigung stark besetzt, linkshinten wurde mit Ferland Mendy erst vergangenes Jahr teuer eingekauft. Die Königlichen kommen also kaum in Frage.
Barca will sich sportlich neu aufstellen: Neben Philippe Coutinho sollen auch die Abwehr-Spieler Samuel Umtiti und Nelson Semedo zum Verkauf stehen. Die spanische "Mundo Deportivo" will wissen, dass die Katalanen Alaba nach der Saison ablösefrei verpflichten wollen.
Im Hinblick auf eine Aussage von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, dürfte dieser Plan nicht aufgehen. Die Münchner wollen nicht mit einem auslaufenden Vertrag in die neue Saison gehen. Rummenigge hat klargemacht, dass er nicht gewillt sei, einen Spieler im kommenden Sommer ablösefrei herzugeben - damit ist Alaba gemeint.
Alaba muss wohl auf Spielerverkäufe von Barca hoffen, damit sich die Katalanen den Transfer leisten können, will er mit 28 noch ein Abenteuer wagen. Vieles deutet aber aus den genannten Gründen darauf hin, dass sich Papa George Alaba und Berater Pini Zahavi bald wieder mit den Bayern an einen Tisch setzen, sie sich dieses Mal mit dem Verein einigen können.
Lose Gerüchte gibt es auch um Interesse von Chelsea, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und Inter Mailand. Alaba dürfte kein gesteigertes Interesse an diesen Klubs haben.