Ein sanfter Löwe für alle Strecken

Obwohl der Peugeot 504 1968 präsentiert wurde, hatte er kaum etwas Revolutionäres an sich und war auch nicht primär für bewegte Studenten gedacht.

Mit dem 504 hatten die Franzosen ein konventionelles, modernes, aber vor allem sehr robustes Auto vorgestellt, das zu einem der erfolgreichsten Modelle der Marke Peugeot werden sollte.

Eigentlich hätte der Peugeot 504 bereits im Juni 1968 auf den Markt kommen sollen, aber die 68er-Unruhen verzögerten die Lancierung bis zum 19. September desselben Jahres. Die Produktion war bereits am 12. September angelaufen.

Die Gestaltung der Karosserie erfolgte in Zusammenarbeit mit Pininfarina. Aldo Brovarone zeichnete die Grundzüge der viertürigen Limousine, die Frontgestaltung trug die Peugeot-Stylingabteilung unter Paul Bouvot bei. Aus zwei Entwürfen war so ein gemeinsames Werk entstanden.

Großzügiger Innenraum

Bezüglich der Dimensionen war der Peugeot 504 mit einem Radstand von 2,74, einer Länge von 4,49 und einer Breite von 1,69 Metern in allen Dimensionen etwas größer als der Peugeot 404. Im Vergleich zur Konkurrenz von Volvo (144), Opel (Rekord) und VW (1500) war der Peugeot kürzer. Mit 420 Liter Kofferraumvolumen und einem großzügigen Innenraum bot er aber genau das, was der anspruchsvolle französische Familienvater von seinem Auto erwartete.

Solide, aber fortschrittliche Konstruktion

Die selbsttragende Stahlblech-Karosserie war nach allen Erkenntnissen der damals verfügbaren Unfallforschung mit steifer Passagierzelle und verformbaren Front- und Heckteilen konzipiert worden. Der Motor, ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit Aluminium-Zylinderkopf und seitlicher Nockenwelle, war vom Peugeot 404 bekannt und wurde auch im 504 längs eingebaut.

Die Kraft wurde via ein Vierganggetriebe über eine Kardanwelle zur Hinterachse übertragen. Hier fand sich dann eine wichtige Neuerung, nämlich einzeln an Dreiecks-Längslenkern, Schraubenfedern und Teleskop-Stoßdämpfern aufgehängte Hinterräder. Zusammen mit den an Federbeinen und Querlenkern geführten Vorderrädern sorgten sie für sichere Fahreigenschaften.

Der Peugeot 504 war eine moderne Konstruktion. Zunächst wurde der Heimmarkt beliefert, ab Frühling 1969 kamen auch die Exportmärkte wie Österreich zum Zug.

Auto des Jahres

Noch bevor der Peugeot 504 hierzulande verfügbar war, wurde er bereits mit dem Titel "Auto des Jahres 1969" ausgezeichnet. Er löste damit den NSU Ro80 ab, der diese Auszeichnung im Jahr zuvor erhalten hatte, und er setzte sich gegen den BMW 2500/2800 und den Alfa Romeo 1750 Berlina durch. Mit diesen Vorschusslorbeeren konnte die Zukunft ja nur verheißungsvoll sein.

504-Varianten und -Modellpflege

Die Limousine 504 blieb nicht alleine. Zunächst kamen Coupé- und Cabriolet-Versionen, danach ein praktischer Kombi namens Break und ein Siebensitzer mit der Bezeichnung Familiale dazu. Später gesellte sich noch ein Pickup dazu, ein Nutzfahrzeug mit Personenwagen-Touch.

Selbst auf Rallye-Pisten wurde der Peugeot 504 zum Sieger, vor allem bei Rallyes in Afrika. Daraus resultierte auch eine große Beliebtheit des Modells in den dortigen Märkten, die eigentlich bis heute anhält.

Natürlich wurde der zuverlässige Franzose über die Jahre immer wieder modellgepflegt. Und auch an verschiedenen Standorten auf der Welt produziert. So entstanden die letzten der 3,7 Millionen gebauten Exemplare im Dezember 2005 in Nigeria. Bis 1983 waren 504-Varianten auch noch in Frankreich gefertigt worden, zuletzt parallel zum Nachfolger Peugeot 505.

Weitere Informationen und viele Fotos zum Peugeot 504 gibt es auf www.zwischengas.com.

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