Ein Pfarrer aus dem Waldviertel steht im Verdacht, gegen das Suchtmittelgesetz verstoßen zu haben. Der Geistliche wurde vergangenen Mittwoch festgenommen, bei einer Hausdurchsuchung noch am selben Tag wurden in den Privaträumlichkeiten des Priesters im Pfarrhof der Gemeinde in Niederösterreich Laborequipment und Drogenausgangsstoffe sichergestellt.
Das Einschreiten der Exekutive dürfte im richtigen Moment passiert sein, denn die Produktion für den Grundstoff Methamphetamin war im Laufen, fertiges Crystal Meth dürften der Pfarrer und sein Komplize, ein 30-jähriger Iraker, der in Wien lebt, aber noch nicht produziert haben.
Wie "Heute" erfuhr, wollte das Duo rund ein Kilo Crystal Meth produzieren, der Drogenmix konnte aber nicht abgeschlossen werden, einige Arbeitsschritte hatten noch gefehlt. Der Straßenverkaufswert bei Fertigstellung: Etwa 30.000 bis 40.000 Euro. Daher gehen Ermittler auch davon aus, dass der Beschuldigte und sein Komplize Crystal Meth herstellen wollten, um dieses infolge gewinnbringend zu verkaufen.
Der Pfarrer befindet sich in Krems in Untersuchungshaft – ebenso wie sein mutmaßlicher Komplize. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, auch nach möglichen Mittätern.
Der Pfarrer zeigte sich in seiner ersten Einvernahme weitgehend geständig zu den Vorwürfen der Herstellung von Suchtgift. Der Komplize zeigt sich teilgeständig. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Der Priester, ein gebürtiger Pole, ist bei der Erzdiözese Warschau stationiert und seit 2021 seelsorgerisch in Österreich – in der Diözese St. Pölten – tätig. Laut der Diözese St. Pölten wurde "der Priester umgehend von seinem Dienst (...) entpflichtet", jegliche seelsorgerische Tätigkeit ist ihm derzeit verboten.