Pferd rennt vor Feuerwalze um sein Leben

Nördlich von Los Angeles wüten sechs Waldbrände. Farmer versuchen, ihre Tiere zu retten. In einer Ranch sind 29 Pferde in den Flammen umgekommen.

Eine Feuerwalze zieht durch Südkalifornien. Sie bedroht ländliche Gebiete und Promi-Viertel am Rand von Los Angeles. Trockenheit, Hitze und heftige Winde verschärfen die Lage.

Tausende Feuerwehrleute sind an mehreren Stellen in Südkalifornien im Einsatz. Am schnellsten breiteten sich die Flammen im Bezirk Ventura County über eine Fläche von mehr als 260 Quadratkilometern aus. Am Mittwoch fraß sich das Feuer bis zur Pazifikküste durch.

In der Nähe von Sylmar sind auf einer Ranch 29 Pferde und zahlreiche andere Tiere verbrannt. Nicht weit davon entfernt, im Ort Lake View Terrace, musste die Feuerwehr durchgebrannte Pferde einfangen (siehe Video oben). Sylmar liegt rund vierzig Kilometer nordwestlich von Los Angeles.

Erst im Oktober tobte in den malerischen Weinregionen um Sonoma und Napa ein Flammeninferno – 44 Menschen starben, zeitweise waren 100.000 Anwohner vor den Flammen auf der Flucht. Nun trifft es den Süden des Bundesstaates.

Die berüchtigten Santa-Ana-Winde treiben die heftigen Buschfeuer an und damit Zehntausende Menschen aus ihren Häusern. Auch vor teuren Villen in den durch hohe Mauern geschützten "Gated Communities" machen die Flammen nicht halt.

"Ein Wunder, dass es keine Toten gibt"

Zehntausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Es sei ein "Wunder", dass bisher keine Todesopfer aus den Brandgebieten gemeldet wurden, sagte Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles. Nach vorläufigen Schätzungen brannten mehr als 180 Häuser ab, doch diese Zahl könnte noch steigen.

Die Brände würden durch trockene, heiße Winde angefacht und breiteten sich rasch aus, teilten die Behörden mit. Der Gouverneur Kaliforniens Jerry Brown rief den Notstand aus. Damit werden staatliche Hilfen frei, um die mehr als 1.000 Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz zu unterstützen.

Ein Satellitenbild des Nasa Earth Observatory. (5. Dezember 2017) Bild: Nasa

Wie Satellitenbilder der Nasa vom Dienstag zeigen, wüten die größten Brände in der Nähe der Ortschaft Ventura. In den betroffenen Bezirken waren nach einem Bericht der "Los Angeles Times" 260.000 Menschen ohne Strom.

"Die Aussichten für eine Eindämmung stehen nicht gut", sagte Venturas Feuerwehrchef Mark Lorenzen: "Das wird von Mutter Natur entschieden."

Teure Villen abgebrannt

Das Villenviertel Bel Air bei Los Angeles ist unmittelbar durch eine Feuerwalze bedroht. Nach Angaben der Behörden sind bereits vier Villen abgebrannt, elf seien beschädigt worden. In Bel Air besitzen Stars wie Jennifer Aniston, Gwyneth Paltrow, Jennifer Lopez, Jay-Z und Beyoncé teure Domizile.

Villen von Stars sind bedroht: Die Feuerwehr bekämpft die Brände in Bel Air. (6. Dezember 2017) Bild: Keystone/Jae C. Hong/AP

Die ständige Feuer-Bedrohung, besonders wenn die heftigen Santa-Ana-Winde wehen, ist die Kehrseite des Lebens im sonnenverwöhnten Kalifornien. Schon vor zwei Jahren, nach einer Serie schwerer Buschbrände, hatte der kalifornische Gouverneur Jerry Brown ein düsteres Bild gezeichnet.

Ein "Weckruf"

Die häufigen Feuer seien ein echter "Weckruf" für den dürregeplagten Westküstenstaat. Brown vertritt die Position zahlreicher Forscher, die den Klimawandel mit steigenden Temperaturen für schlimmere Dürren, heftigere Waldbrände und andere Wetterextreme verantwortlich machen.

Die Einsatzkräfte bekämpfen die Flammen mit Helikoptern. (6. Dezember 2017) Bild: Keystone

Einige der schwersten Brände in der Geschichte Kaliforniens wüteten in den Herbstmonaten im Anschluss an einen trockenen Sommer. Im Oktober und November 2007 zerstörten Flammen in Südkalifornien mehr als 1.500 Häuser, 1.900 Quadratkilometer Land verbrannten.

Kein Winterregen

In diesem Dezember sollte längst der Winterregen begonnen haben, doch der ist bisher ausgeblieben. Trocken und bis zu 28 Grad Wärme, so die Prognose für die nächsten zehn Tage in Los Angeles. "Feuer in den Wintermonaten sind ungewöhnlich", sagte Daniel Berlant von der kalifornischen Behörde für Brandschutz der "New York Times".

Doch in den letzten zehn Jahren habe es mehr und mehr Brände außerhalb der typischen Feuersaison gegeben. Ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Klima in Kalifornien ändere, bilanziert der Experte.

(mch/oli/20 Minuten)

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