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Pflegeleistungen in Spitälern lassen immer mehr nach

Laut einer Studie sehen sich immer mehr österreichische Pflegekräfte dazu gezwungen, ihre Pflege-Tätigkeiten in ihrem Tagesablauf wegzulassen.
Heute Redaktion
27.11.2022, 22:36
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Ganze 84,4 Prozent der österreichischen Pflegekräfte sagen, dass in ihrem Team in den letzten zwei Wochen mindestens eine Pflegetätigkeit oft oder sehr oft weggelassen wurde. Die Arbeit wurde ebenso mit einer nachteiligen Verzögerung für die Patientensicherheit durchgeführt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen MissCare-Austria Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität, die am 23. November auf einer Veranstaltung der AK Wien vorgestellt wurde.

Es gibt zu wenig Zeit für alle notwendigen Aufgaben, deshalb wird bei der Kommunikation und der emotionalen Unterstützung gespart. Gespräche mit den Patienten sowie deren Angehörigen gehen sich nicht mehr aus und auch der Austausch zwischen Pflegenden und im interprofessionellen Team muss reduziert werden.

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Versorgungsqualität leidet

Diese Kommunikationsmängel verschlechtern die Versorgungsqualität. Auch die Krankenbeobachtung leidet, wodurch gefährliche Situationen seltener erkannt werden. "Alles zusammen ein gewaltiger Rückschlag für die Patient:innenensicherheit", sagt AK Präsidentin Renate Anderl.

Viele Menschen werden schlecht informiert aus dem Krankenhaus entlassen. Zu Hause wissen sie nicht, wie Medikamente richtig einzunehmen sind, wie ihre Operationswunde versorgt werden muss oder wann der nächste Kontrolltermin stattfindet. All das führt zu Komplikationen und einer Vielzahl von vermeidbaren Wiederaufnahmen im Krankenhaus.

Berufsausstieg aus Pflege

Für die Pflegenden selbst bedeutet der hohe Arbeitsdruck vor allem Stress und Überlastung. Sie verlieren aber auch die Freude an ihrer Arbeit, weil sie nicht so pflegen können, wie es notwendig wäre. Deshalb denken viele an Berufsausstieg, was die Situation weiter verschärft.

"Die aktuelle Situation ist extrem teuer und ineffizient. Das können wir uns so nicht leisten", so Anderl. "Wenn wir eine angemessene Pflegequalität sicherstellen wollen, gibt es nur zwei Optionen: einen höherer Personaleinsatz oder die Reduktion von Betten. Anders wird es kein tragfähiges Verhältnis von Pflegepersonen zu Patienten im Krankenhaus geben. Hier muss die Politik endlich Farbe bekennen."

Verbesserungen dringend nötig

Neben guten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, die der Grundstein dafür sind, mehr Menschen für einen Pflegeberuf zu gewinnen und sie auch im Beruf zu halten, braucht es auch Verbesserungen des Personaleinsatzes. Ein Monitoring zur Personalausstattung in den stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Langzeitpflege wäre ein erster Schritt.

Weiters braucht es mehr Entlastung der Pflege durch Personal, das pflegeferne Tätigkeiten übernimmt und einen hohen Anteil an hochqualifizierten Pflegepersonen, da mehr Qualifikation zu einem besseren Umgang mit den komplexen Anforderungen führt.

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Ebenso muss der seit Jahrzehnten versprochene Ausbau der medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich umgesetzt werden. Dabei können die vielfältigen Kompetenzen der Gesundheits- und Krankenpflege, den MTD-Berufen und der sozialen Arbeit deutlich besser als bisher genutzt werden.