Pflegepersonal verzweifelt: Nur eine Maske pro Dienst

Aufgrund der Corona-Krise spitzt sich die Lage in den österreichischen Spitälern zu. Der Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres warnte bereits, dass die Schutzkleidung knapp werde. Auch das Gesundheits- und Pflegepersonal schlägt Alarm.
"Die Ärztekammer versucht seit acht Tagen Schutzausrüstung für Gesundheitsberufe zu bekommen. Es klappt schlicht nicht", schrieb Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres am Samstag in einem Posting auf Facebook, "Heute" berichtete.

Es seien keine Schutzmasken oder Schutzkleidung mehr zu bekommen. Sogar normale OP-Masken werden knapp. "Wenn die Krankheit ihren Peak hat, reicht es gar nicht mehr aus", warnt Szekeres.

Das sei ein großes Risiko für das Personal, aber auch für die Patienten. Wie man aus China weiß, hat dort ungeschütztes Gesundheitspersonal wesentlich zur Ausbreitung der Krankheit beigetragen. Das Land schickt deshalb 130 Tonnen an Schutzausrüstung nach Österreich. Die beiden Flieger werden am Montagnachmittag landen.

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Masken auf der Wäscheleine



Eine Person aus dem Gesundheits- und Krankenpflegebereich in einem Wiener Spital berichtete gegenüber "Heute", dass sich die Situation drastisch verschärft habe. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten nur mehr eine Maske pro Dienst. Diese wirkt aber nur ein paar Stunden. Adäquate Schutzmäntel fehlen ebenfalls.

Die Masken werden für Pausen abgenommen, auf eine Wäscheleine gehängt und dann wiederverwendet. Das Pflegepersonal in einer Notaufnahme ist in einer Schicht mit bis zu 40 Patienten in Kontakt. Der Großteil gehört zur Risikogruppe.

Daher stehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Krankenhaus unter enormem Druck. Viele haben Angst vor einer Ansteckung, da sie stille Überträger an Risiko-Patienten sein könnten.

"Es läuft die Zeit davon"



Es ist davon auszugehen, dass mehr Personal erkranken wird und in Quarantäne muss. Auch der Ärztekammer-Präsident befürchtet, dass sich die Lage verschlechtern könnte: "Es läuft die Zeit davon, Schutzausrüstung wird demnächst weltweit nicht mehr erhältlich sein."

Gesundheitsminister Rudolf Anschober habe Szekeres nach seinem Hilferuf versichert, alles zu tun, was möglich ist, um die notwendige Ausrüstung sicherzustellen.



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