Eigentlich sollte er helfen, stattdessen soll er die Situation schamlos ausgenützt haben: Ein 26-jähriger Afghane muss sich am Dienstag am Wiener Landesgericht wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person verantworten. Das Opfer ist eine 82-jährige Frau mit fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung.
Der schockierende Fall flog am 18. September auf. Aus Sorge hatte der Sohn der Pensionistin Kameras in der Wohnung installiert. Beim Durchsehen der Aufnahmen sah er, wie sich der Pfleger an seiner hilflosen Mutter verging. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Frau aufgrund ihrer Demenz nicht begreifen konnte, was mit ihr geschah.
Laut Anklage war die 82-Jährige aber nicht das einzige Opfer. Eine weitere Pensionistin soll der Mann im vergangenen Frühling zu einem Zungenkuss genötigt haben und sich danach mit den Worten "Bis zum nächsten Mal" verabschiedet haben.
Dem Angeklagten drohten bis zu zehn Jahre Haft. Sein Verteidiger Peter Philipp erklärte, sein Mandant gestehe den Übergriff an der demenzkranken Frau. Den Vorwurf im zweiten Fall bestritt der Afghane jedoch – zu diesem Zeitpunkt sei er nicht in Österreich gewesen.
Kurz nach 11.00 Uhr wurde schließlich das Urteil verkündet! Der 26-Jährige wurde schuldig gesprochen: Der junge Mann muss rechtskräftig dreieinhalb Jahre in Haft.