Ein Fall sorgt am Straflandesgericht Graz für Aufsehen: Eine 24-Stunden-Pflegerin aus Rumänien muss sich verantworten, weil sie aus mehreren Haushalten gestohlen haben soll – die Frau bestreitet alles.
Im Zentrum stehen gleich drei Familien, bei denen sie im Einsatz war. Dort soll Bargeld verschwunden sein, ebenso Schmuck und sogar Eheringe. Der Verdacht: Die Pflegerin soll sich nach kurzer Zeit oft plötzlich aus dem Staub gemacht haben.
Das Misstrauen ist groß. Eine Zeugin schildert vor Gericht drastisch: "Sie wollen im Bus nicht neben ihr sitzen, weil dann immer etwas verschwindet", heißt es in der "Kleinen Zeitung".
Die Beschuldigte selbst weist alles zurück. Vor Gericht spricht sie von schwierigen Arbeitsverhältnissen. "Es gab Missverständnisse. Man sagte mir dauernd, dass ich meine Arbeit nicht gut mache", erklärt sie.
Auch ihre Abgänge aus den Haushalten werden thematisiert – teils überraschend und kurzfristig. Erst später fiel in den betroffenen Familien auf: Schmuck und Geld waren weg.
Besonders brisant ist der Vorwurf eines entwendeten Sparbuchs. Auch diesen weist die Angeklagte entschieden zurück.
In ihrer Verteidigung dreht sie den Spieß teilweise um und erhebt selbst schwere Vorwürfe gegen einzelne Arbeitgeber. "Eine ältere Dame hat mich immer geschlagen. Eine andere hat alle meine Sachen durchsucht. Einer anderen Pflegerin nahm sie das Geld weg und spülte es im Klo hinunter", sagt sie im Prozess.
Ihr Verteidiger spricht von einer verzerrten Darstellung und fehlenden Beweisen. "Warum hätte meine Mandantin das machen sollen? Es fehlen Beweise, dass sie gestohlen hat", sagt er und kritisiert die wiederkehrenden Verdächtigungen gegen Pflegekräfte aus dem Ausland. Das Verfahren geht weiter – weitere Aussagen stehen noch aus.