Brände im Föhrenwald

Gefährliche Phosphor-Munition – das ist jetzt geplant

Nach erneuten Bränden im Föhrenwald wird über die Entfernung alter Munitionsteile beraten. Die Lage bleibt weiterhin eine Herausforderung.
Niederösterreich Heute
18.08.2026, 12:36
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Nach den verheerenden Bränden im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) stellt sich jetzt die Frage, wie man solche Katastrophen in Zukunft verhindern kann. In beiden Fällen dürfte Phosphor aus Munitionsteilen einer gesprengten Fabrik das Feuer ausgelöst haben.

Damit diese gefährlichen Überreste gefunden werden, müssten die Grundstücksbesitzer selbst eine Firma beauftragen. Der Entminungsdienst kommt laut Auskunft erst dann zum Einsatz, wenn etwas gefunden wurde und kümmert sich dann um die Bergung. Der Einsatz der Feuerwehr war am Dienstag noch immer im Gange.

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Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste "Gemeinsam für St. Egyden") überlegt laut eigenen Angaben, die Munitionsteile aus dem Gebiet entfernen zu lassen. Im September soll es dazu ein Treffen geben, bei dem die Details besprochen werden. Der Föhrenwald gehört vielen Privatpersonen, betonte Tisch im Gespräch mit der APA.

Das Verteidigungsministerium erklärte auf Anfrage, dass es den Grundstückseigentümern überlassen bleibt, private Firmen mit der Suche nach Kampfmitteln zu beauftragen. "Die Kosten für die Arbeiten dieser privaten Unternehmen sind vom jeweiligen Auftraggeber zu tragen", hieß es. Sobald etwas gefunden wird, muss die zuständige Sicherheitsdienststelle informiert werden. Dann übernimmt der Entminungsdienst kostenlos die Bergung, Sicherung, Entschärfung und den Abtransport.

Von der "Pulverfabrik Föhrenwald" steht nur noch das alte Verwaltungsgebäude. Es gilt als "Lost Place" und ist nicht zugänglich. Die Dynamit Nobel AG hatte 1890 die Fabrik für Dynamit und Schießpulver in Saubersdorf, heute ein Teil von St. Egyden am Steinfeld, errichtet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Fabrik gesprengt. Laut Polizei wurde dabei phosphorhaltige Munition im Gelände verteilt. Über die Jahre dürfte sich diese Munition durch Wind und Wetter zersetzt haben. Kommt der freigelegte Phosphor mit Sauerstoff in Kontakt, reagiert er chemisch und entzündet sich von selbst, erklärten die Ermittler zur Brandursache.

Wieder Großbrand am Freitag

Am 5. August waren rund 550 Feuerwehrleute im Föhrenwald im Einsatz. Über 100 Hektar standen in Flammen. Am vergangenen Freitag kam es wieder zu einem Großbrand. Mehr als 830 Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer, das sich bis zu Wohnhäusern ausbreitete. Bewohner mehrerer Siedlungen mussten kurzfristig evakuiert werden. Dieses Mal waren etwa 64 Hektar betroffen. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von Hubschraubern.

Am Dienstag waren Mitglieder von zwei Feuerwehren und eine Drohnengruppe unterwegs, um das Gebiet zu kontrollieren und letzte Glutnester zu löschen. Der Regen half dabei kaum – seit Montag sind nur wenige Liter gefallen, wurde berichtet. Noch immer kann niemand sagen, wann endgültig "Brand aus" gegeben werden kann.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 12:36