Bei dieser Dating-App haben Frauen die Kontrolle

Eine neue App will den Dating-Markt erobern und legt die Kontrolle beim Flirt erstmals komplett und anonym in die Hand der Frauen.
Der Markt der Dating-Apps ist hart umkämpft, denn es gibt nicht gerade wenig Angebot. Aus Frankreich schwappt nun eine neue App auch nach Österreich: "Pickable" will – wie wohl bereits viele davor – den Markt revolutionieren. Tatsächlich macht es eine entscheidende Sache anders.

Bei Pickable liegt die ganze Kontrolle in der Hand der Damen. Das ist für sich allein noch nicht neu. Frauen benötigen im Gegensatz zu anderen Apps allerdings kein Profil und können sich direkt ohne Anmeldung potentielle Partner in einem Umkreis von 20 Kilometern anschauen. Gefällt ein Mann, drückt man aufs Herzerl und schickt dem Betreffenden eine Chat-Anfrage samt Foto.



CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. So funktioniert Pickable. (Video: Pickable)

Männer müssen ein Minimal-Profil mit einem Foto und einer Beschreibung anlegen. Auch hier sind keinerlei persönliche Angaben oder Verknüpfungen mit Social Media notwendig. Darüber hinaus müssen und können Männer nichts tun, die Flirt-Initiative liegt einzig bei den Frauen.

In Italien bereits Tinder vom Thron gestoßen

Pickable-Gründerin Clementine Lalande hat bereits reichlich Berufserfahrung im Geschäfts mit Dating-Apps. So war die Französin unter anderem Co-Chefin der Dating-App "Once". Mit der "Pickable"-Kombination aus Privatsphäre und Kontrolle für weibliche Nutzer glaubt sie den Markt erobern zu können.

Der bisherige Erfolg gibt ihr zumindest vorläufig recht: Nach dem Start im November 2018 hat die App inzwischen in vier Ländern bereits insgesamt 500.000 Nutzer. In Italien hat sie aktuell sogar Tinder vom Dating-App-Thron gestoßen.

"Sicherheit ist uns wichtig"

"Die Sicherheit unserer Nutzerinnen ist uns sehr wichtig", betont Lalande gegenüber "Heute.at". Sie wolle den Frauen größtmögliche Kontrolle über ihre Daten und die Interaktionen mit den Männern bieten. Das sei ihrer Erfahrung nach nämlich der Hauptgrund, weshalb Dating-Apps viele Frauen abschrecken: unerwünschte Nachrichten, zudringliche User oder die Angst davor, dass das eigene Profilbild plötzlich in unerwünschtem Zusammenhang im Internet auftaucht.

Ebenso viele Frauen wie Männer

Tatsächlich scheint das Angebot auf fruchtbaren Boden zu fallen. Das Geschlechterverhältnis der Nutzer liege derzeit bei etwa 50/50, sagt Lalande – für eine Dating-App durchaus ein hoher Frauenanteil.

Gerade bei relativ einfach einzurichtenden Profilen besteht natürlich auch die Gefahr von Fake-Profilen oder gar Betrug. Alle Bilder werden von speziellen Algorithmen überprüft, ebenso das Nutzerverhalten. Zudem schauen sich Moderatoren verdächtige Profile manuell an, versichert die App-Chefin.

"Freemium" statt bezahlen mit Daten

Bezahlen muss man für die App nichts. Derzeit sind alle Features gratis. Längerfristig werde man auf ein "Freemium"-Modell umsteigen, so Lalande. bei dem zwar die grundlegende Benutzung weiterhin gratis ist, einige Premium-Features aber kostenpflichtig – allerdings ausschließlich für männliche User. "Das Business ist nun mal so, dass Männer eher bereit sind, für Dating-Apps zu zahlen", meint die "Pickable"-Gründerin dazu.

Der hohe Frauenanteil ist da sicherlich ein Ansporn. Bezahlmodelle wie bei vielen ähnlichen Apps, die zwar gratis sind, bei denen User aber über Verbindung mit Social-Media-Konten sozusagen mit ihren Daten bezahlen, soll es nicht geben.

(hos)

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