Pilot bringt Mutation ins Land, dann geht alles schief

Flugzeuge der SWISS, dazwischen auch eine AUA-Maschine, am Flughafen Zürich.
Flugzeuge der SWISS, dazwischen auch eine AUA-Maschine, am Flughafen Zürich.Markus Mainka / ChromOrange / picturedesk.com
Obwohl ein deutscher Pilot positiv auf die gefährliche brasilianische Virus-Mutation getestet wurde, wurden ein Kollege im Cockpit nicht informiert.

Anfang Februar kehrte ein Linienflug der Fluggesellschaft Swiss aus Brasilien in die Schweiz zurück. Im Cockpit: drei Piloten, zwei Eidgenossen und ein Deutscher. Weil Deutschland Brasilien als Risikoland einstuft, musste sich der deutsche Pilot auf das Coronavirus testen lassen, bevor er in seine Heimat einreisen durfte.

Der deutsche Pilot wurde positiv auf die hochansteckende brasilianische Corona-Variante getestet. Wie Zeitungen des Medienhauses "CH Media" berichten, meldete der deutsche Pilot das unverzüglich seinen Arbeitskollegen und der Swiss. Doch dann kam es zu einer Behördenposse.

Das Contact Tracing lag in diesem Fall beim Kanton Zürich, da die drei Piloten ihre Maschine am Flughafen Zürich gelandet hatten. Wohnhaft sind die beiden Schweizer Piloten aber im Aargau. Deshalb empfahl das Contact Tracing des Kantons Zürich der Swiss pauschal, die gesamte Cockpit-Besatzung in Quarantäne zu schicken – und stellte in Aussicht, das Contact Tracing des Kantons Aargau per Eilmeldung zu informieren.

"Das irritiert mich sehr"

Doch dort hatte man offenbar keine Eile. Erst vier Tage nach dem positiven Test des deutschen Piloten meldete sich das Aargauer Contact Tracing bei einem Piloten. Der andere Pilot warte bis heute vergebens auf einen Anruf, so die Zeitungen von CH Media. "Das irritiert mich sehr, zumal immer wieder vor den Mutationen gewarnt wird und bei meinem Kollegen genau jene Mutation in der Zwischenzeit festgestellt wurde", so der Pilot, der mit einiger Verzögerung informiert wurde.

Die Gesundheitsbehörden dementieren. Man halte sich an die Empfehlungen des Bundesrats. Und: Man habe die Piloten sehr wohl zu kontaktieren versucht, beide aber telefonisch nicht erreicht. Beide Piloten widersprechen dieser Darstellung.

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