Planet der Affen: Last Frontier im Test

Im interaktiven PlayLink-Abenteuer bestimmen die Spieler das Schicksal von Affen und Menschen. Last Frontier knüpft dabei an die Kinoerfolge an.
Ein Planet der Affen Videospiel für die PlayStation 4, das an die Kinofilm-Storys anknüpft. Zugegeben, da waren wir schon sehr gespannt. Zumindest anfangs wurden wir vom neuen Titel der Gruppenspiel-Reihe PlayLink auch nicht enttäuscht. Dafür lief später aber einiges nicht so rund, wie wir es uns gewünscht hätten. Das liegt vor allem an der Gruppenspielweise.

Das Konzept der PlayLink-Reihe will hier einfach nicht so recht zünden. Auch wenn es interessant ist, dass viele Spieler gemeinsam ein Spiel steuern, so wirkt es bei Planet der Affen: Last Frontier so, als ob die Entscheidungen vorgegeben sind. Ja, verschiedene Szenarien und Enden gibt es, allerdings versetzen sie die Spieler meist nicht in Gewissenskonflikte und die eine, von allen gewollte Entscheidung drängt sich auf.

Last Frontier ist zwischen den Storys von Planet der Affen: Revolution und Planet der Affen: Survival angesetzt, in der der Spieler die Schicksale der beiden Lager der Affen und Menschen steuert. Konflikte sind dabei nicht nur zwischen, sondern auch in den Gruppen spürbar. Unter den Affen will der Sohn von Anführer Khan Nahrung im Territorium der Menschen sammeln, während zwei "Affenjäger" den Menschen ihre Hilfe anbieten.

Eher Kino-Atmosphäre

Der oder die Spieler stecken in Last Frontier dabei jeweils in der Haut von Affen-Anführersohn Bryn und der Menschen-Anführerin Jess. Während sich die Gruppen anfangs relativ unbekannt sind, kommt es im Verlauf von Last Frontier zu immer heftigeren Zusammenstößen und schließlich einem finalen Showdown. Schade ist, dass der Spieler nicht massiv in den Verlauf eingreifen kann.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Kontrolle des Zockers beschränkt sich auf die Auswahlmöglichkeiten in Dialogen und Button-Drucken, wenn eine Waffe abgefeuert oder eine andere Handlung ausgeführt werden soll. Puzzle- oder Bewegungselemente, wie sie etwa die interaktiven Telltale-Games-Abenteuer auszeichnet, gibt es hier so gut wie gar nicht. Vielmehr herrscht durchgehende Kino-Atmosphäre ohne Unterbrechungen.

Wenig Gruppendynamik

Als interaktiver Film funktioniert Planet der Affen: Last Frontier damit auch ganz gut. Als PlayLink-Titel, der traditionsgemäß von mehreren Spielern mit Smartphones oder Tablets gesteuert wird dagegen nicht. Dass die Gruppe gemeinschaftlich Entscheidungen treffen soll ist auch hier der Fall. Allerdings liegt eine "gute" Entscheidung meist bei der Auswahl auf der Hand und der Spieler hat wenig Interesse daran, eine "böse" Entscheidung zu treffen. So läuft das Spiel meist ohne die interessante PlayLink-Gruppendynamik für seine drei Spielstunden dahin.

Planet of the Apes: Last Frontier
Planet of the Apes: Last Frontier


Grafisch dagegen ist Last Frontier fast durchwegs gehobene Kost. Die Umgebungen, Figuren und Schauplätze sind detailreich umgesetzt, hier und da schleichen sich aber auffällige Texturen-

und Licht- und Schatteneffektfehler ein. Überzeugend sind die Bewegungen der Figuren, nicht zuletzt hat Motion-Capture-Meister Andy Serkis bei der Umsetzung mitgearbeitet.

Fazit: Gewollt zum Bösen werden

Auf der Haben-Seite präsentiert Planet der Affen: Last Frontier tolle Charaktere, interessante Umgebungen und eine spannende Geschichte mit guter Kameraarbeit. Auch der Wiederspielwert durch die verschiedenen Szenarien und Enden ist gegeben und das Spiel motiviert, es noch einmal mit einer anderen Herangehensweise zu versuchen. Hier liegt allerdings auch eines der Probleme des Spiels.

Wer dieses Potenzial ausreizen will, muss bewusst unpopuläre Entscheidungen treffen, statt zwischen schwierigen Gewissensfragen zu entscheiden. So schaltet sich mindestens eines der drei Hauptenden nur frei, wenn man zur Anführer-Killermaschine des jeweiligen Lagers wird, die Situation bewusst eskalieren und die "Bösen" gewinnen lässt. Hier haben uns interaktive Games wie Telltales Batman oder The Walking Dead, in der es weder "richtige" noch "falsche" Entscheidungen und dafür jede Menge Gewissensbisse gibt, deutlich besser gefallen. (rfi)

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