Sie ist rund 250 Meter lang, verbindet den Pfarrplatz und den Taubenmarkt – und war bisher vollgestopft mit Autos: die Linzer Domgasse im Zentrum, einen Steinwurf vom Hauptplatz entfernt. Dabei ist das kleine Areal vom Pfarrplatz bis zu Graben eigentlich perfekt geeignet für Schanigärten, weil die Gastro-Dichte dort sehr hoch ist.
Kein Wunder, dass die Wirte der kleinen Gasse seit Jahren um eine verkehrsberuhigte Zone kämpfen. Kieran Bates, Betreiber des Irish-Pubs "Chelsea", war von Anfang an einer davon. Die Domgasse könne eine "zweite Herrenstraße" werden, träumt er.
"Insgesamt gibt es hier sechs Gastrobetriebe, alle haben das gleiche Problem mit dem Verkehr und dem fehlenden Platz für Gastgärten. Hier könnte eine großartige innerstädtische Zone entstehen. Vorbild ist für uns die Herrenstraße, hier hat vor ein paar Jahren auch keiner gedacht, dass was Großes entstehen könnte", sagte er vor drei Jahren dem Stadtmagazin Linza.at.
Seither hat sich viel getan. Im Mai des Vorjahres kündigte Verkehrsreferent Martin Hajart (ÖVP) an, das Projekt ernsthaft angehen zu wollen.
Vergangene Woche war es endlich so weit. Die Arbeiten an der neuen Domgasse haben begonnen. Beim "Heute"-Lokalaugenschein am Donnerstag waren bereits die neuen Markierungen zu sehen. Und damit sich auch wirklich niemand in die neuen autofreien Zonen parkt, haben offenbar Gastronomen aus der Gasse ihr Revier gleich mit mehreren Bierkisten "markiert".
Es lässt sich jedenfalls bereits erahnen, wie der Abschnitt künftig ohne die Automassen aussehen könnte, was alles möglich ist. Kurios: Problematisch war in der Domgasse bisher ja vor allem der Durchzugsverkehr. Den hat es aber nur gegeben, weil so viele Autofahrer mit ihren Pkw auf Parkplatzsuche waren...