Plus 38.000 € Energiekosten! Tierschutzhaus am Limit

Futtermittel und Energiekosten sind enorm angestiegen. 
Futtermittel und Energiekosten sind enorm angestiegen. ©Tierschutz Austria
Das Tierheim Vösendorf stöhnt unter der Teuerungswelle: Plus 27 % bei den Energiekosten und ein Anstieg bei den abgegebenen Tieren.

Wie stark die Inflation zuschlägt spürt derzeit auch der Tierschutz Austria. Neben anderen Tierschutzorganisationen, wie der Verein RespekTurtel - mehr dazu hier, kämpfen sie gegen die Teuerungswelle. Der Anstieg der Energiekosten um 27 Prozent und der Futtermittel um 15 Prozent ist ein harter Brocken.

"Können Energiekosten nicht senken"

Noch im vorigen Jahr musste das Tierschutzhaus in Vösendorf (Mödling) 140.000 Euro Energiekosten bezahlen. Durch den Anstieg der Energiepreise von 27 Prozent wird nun mit einer Summe von knapp 178.000 Eurogerechnet - also mit Mehrkosten von rund 38.000 Euro.

„Das Tierschutzhaus befindest sich auf einer vier Hektar großen Fläche und unterteilt sich in vier Hundeställe, einen Katzenstall und einen Kleintierstall, in dem auch die Exoten, Wildtiere und Nutztiere leben. Energiekosten können dadurch schwer gesenkt werden. Besonders bei unseren Exoten ist es unmöglich Kosten zu reduzieren,“ sagt Madeleine Petrovic Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (Tierschutz Austria).

Kosten für Futtermittel extrem angestiegen

Doch nicht nur die Energiepreise erhöhen sich massiv, sondern auch die Preise der täglichen Bedarfsgüter nehmen zu. Bislang wurden Futtermengen im Wert von 90.000 Euro gekauft. Durch die Steigerung bei den Futterpreisen werden nun Kosten von etwa 103.500 Euro erwartet. Doch die Inflation lässt nicht nur bei Tierschutz Austria die Rechnungen in die Höhe schnellen.

Besitzer haben kein Geld mehr für ihre Tiere

Haustierbesitzer in ganz Österreich sehen sich ebenfalls täglich mit höheren Preisen konfrontiert. Dadurch kommt es im Tierschutzhaus in Vösendorf nun vermehrt zu Abgabeanfragen. „Wir bekommen täglich besorgte Anrufe von Tierbesitzer die befürchten, dass sich das Geld in Zukunft vielleicht nicht mehr für ihre Vierbeiner ausgeht,“ erzählt Tierschutzhausleiter Stephan Scheidl. Dabei handelt es sich nun um die vierte große Welle an Abgabenanfragen in Folge einer Krisensituation in den letzten zwei Jahren. „Da wir im Moment voll sind, gibt es einen Aufnahmestopp, doch wir werden soweit es möglich ist für die Tiere da sein,“ sagt Scheidl.

 Die Teuerungen des Tierschutzhauses im Überblick:

Pro Jahr müssen rund 140.000 Euro an Energiekostengezahlt werden. Nun wird mit Kosten von rund 178.000 Euro gerechnet. Das bedeutet etwa 38.000 Euro Mehrkosten im Jahr (27 Prozent gestiegen).

Pro Jahr werden 13,5 Tonnen Stroh gebraucht. Vorjahreskosten lagen bei 0,15 Cent pro m3 und jetzt 0,23 Cent pro m3. Das bedeutet 1.000 Euro Mehrkostenpro Jahr (53 Prozent gestiegen).

Pro Jahr werden 33 600 Liter Katzenstreu gebraucht. Vorjahreskosten lagen bei 0,44 Euro pro Liter und jetzt 0,56 Euro. Das bedeutet 4.000 Euro Mehrkosten pro Jahr (27 Prozent gestiegen).

Pro Jahr werden Futtermengen im Wert von 90.000 Euro gekauft. Für dieselbe Mengen zahlen wir nun etwa 103.500 Euro Mehrkosten pro Jahr (15 Prozent gestiegen).

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