"Pöbel" war zu viel – darum tritt Schmid sofort ab

Geht doch früher: Thomas Schmid
Geht doch früher: Thomas SchmidPicturedesk
Thomas Schmid wurde 2019 ÖBAG-Chef, seit gestern ist seine Karriere bei der Staatsholding zu Ende. Der Druck nach aufgetauchten Chats war zu groß. 

Eigentlich hätte Thomas Schmid seinen Vertrag (dotiert mit bis zu 600.000 Euro) bis März 2022 aussitzen wollen. Doch daraus wird nichts.

Chats als Stolperstein

Ohne Diplomatenpass "mit dem Pöbel" reisen, mit "Tieren" am Amt anstellen, abfällige Äußerungen über Betriebsräte, Flüchtlinge: Solche Chats von Schmid wurden zuletzt öffentlich.

Notbremse

Der Aufsichtsrat hielt ihm lange die Stange, gestern war Schluss: "Nach intensiven Beratungen…" sei man "gemeinsam mit MMag. Schmid zur Erkenntnis gekommen, dass die sofortige Beendigung der Vorstandstätigkeit von MMag. Schmid einen notwendigen Schritt für die ÖBAG darstellt".

"Ausgezeichnet"

Bei einer Pressekonferenz wollte Finanzminister Blümel auf die Abberufung seines Vertrauten nicht eingehen. Das sei eine Entscheidung des Aufsichtsrats, die er "zur Kenntnis nehme". Er wolle sich aber "für die ausgezeichnete inhaltliche Arbeit bedanken".

Golden Handshake?

Die Auflösung erfolgte einvernehmlich, spekuliert wird über eine Abfindung von 200.000 bis 250.000 Euro.

Schmid entschuldigt sich

In einer Stellungnahme teilte er mit: "Ich habe mich in diesen privaten Chats in einer Art über Menschen, Organisationen und politische Entwicklungen geäußert, die ich heute bereue. Heute sehe ich klar, dass das falsch und zynisch war. Es tut mir außerordentlich leid, wenn ich damit jemanden verletzt oder verstört habe."

"Überfällig", "richtiger Schritt"

Die Opposition begrüßte den Schritt, sieht Kanzler Kurz in der Verantwortung.

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