Eigentlich hätte Thomas Schmid seinen Vertrag (dotiert mit bis zu 600.000 Euro) bis März 2022 aussitzen wollen. Doch daraus wird nichts.
Ohne Diplomatenpass "mit dem Pöbel" reisen, mit "Tieren" am Amt anstellen, abfällige Äußerungen über Betriebsräte, Flüchtlinge: Solche Chats von Schmid wurden zuletzt öffentlich.
Der Aufsichtsrat hielt ihm lange die Stange, gestern war Schluss: "Nach intensiven Beratungen…" sei man "gemeinsam mit MMag. Schmid zur Erkenntnis gekommen, dass die sofortige Beendigung der Vorstandstätigkeit von MMag. Schmid einen notwendigen Schritt für die ÖBAG darstellt".
Bei einer Pressekonferenz wollte Finanzminister Blümel auf die Abberufung seines Vertrauten nicht eingehen. Das sei eine Entscheidung des Aufsichtsrats, die er "zur Kenntnis nehme". Er wolle sich aber "für die ausgezeichnete inhaltliche Arbeit bedanken".
Die Auflösung erfolgte einvernehmlich, spekuliert wird über eine Abfindung von 200.000 bis 250.000 Euro.
In einer Stellungnahme teilte er mit: "Ich habe mich in diesen privaten Chats in einer Art über Menschen, Organisationen und politische Entwicklungen geäußert, die ich heute bereue. Heute sehe ich klar, dass das falsch und zynisch war. Es tut mir außerordentlich leid, wenn ich damit jemanden verletzt oder verstört habe."
Die Opposition begrüßte den Schritt, sieht Kanzler Kurz in der Verantwortung.