Welt

Polen rufen zum Boykott gegen Lidl auf

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:22

Die polnische Gewerkschaft "Solidarnosc" macht gegen Lidl mobil . Ein ganzes Monat lang soll die Supermarkt-Kette boykottiert werden. Lidl soll die Gewerkschaftsspitze rausgeworfen haben, weil sie bessere Arbeitsbedingungen gefordert hatten. Lidl Polen zeigte sich überzeugt, dass die Entlassungen rechtmäßig seien.

Die polnische Gewerkschaft "Solidarnosc" macht gegen Lidl mobil . Ein ganzes Monat lang soll die Supermarkt-Kette boykottiert werden. Lidl soll die Gewerkschaftsspitze rausgeworfen haben, weil sie bessere Arbeitsbedingungen gefordert hatten. Lidl Polen zeigte sich überzeugt, dass die Entlassungen rechtmäßig seien.

Der Boykott soll den ganzen Februar lang dauern. Weitere Aktionen gegen den Arbeitgeber sind geplant. "Solidarnosc" will die Entlassungen vor Gericht anfechten. Die Gewerkschaft überlegt auch eine Klage gegen Lidl bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Eine Arbeitervertretung bei Lidl-Polen gibt es erst seit einem Jahr. Genauso lang sollen die Vertreter schon schikaniert werden. Im Dezember warfen die Geschäftsführer die Gewerkschafter dann endgültig raus. Die Begründung: Die Gewerkschafts-Spitze soll "gefälschte Unterschriften" eingereicht und "mehrere illegale Protestaktionen" organisiert haben. Die Gewerkschafter kontern, dass die Lidl-Chefs sie loswerden wollen.

12-Stunden-Tag für Verkäufer

Die Gewerkschafter haben mehr Personal in den Filialen verlangt. Laut "Solidarnosc" müssen die Lidl-Mitarbeiter bis zu 12 Stunden pro Tag arbeiten.

Öffentlicher Druck der Gewerkschaften wirkt

Es ist nicht das erste Mal in Polen, dass Gewerkschaften Unternehmen öffentlich kritisieren, um Druck auf die Chefetagen auszuüben. Anstatt Reifen zu verbrennen oder auf die Straße zu gehen, nutzen die Gewerkschafter immer öfter Boykottaufrufe, um möglichst schnell bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Durchaus mit Erfolg: Bei Kaufland haben die Gewerkschaften nach einer Serie von Blockaden der Läden unbefristete Arbeitsverträge für alle Beschäftigten in Polen erkämpft. Kaufland gehört wie Lidl zur deutschen Schwarz-Gruppe, die mit beiden Ketten auch in Österreich vertreten ist.

APA/red.

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