Der Wahlkampf hatte seinen ersten Höhepunkt: Corinna Milborn und Peter Rabl moderierten auf Puls4 das Kanzler-Duell zwischen Werner Faymann (SP) und Michael Spindelegger (VP). Aus der eigentlich Konfrontation wurde allerdings ein Kuschelkurs.
zwischen Werner Faymann (SP) und Michael Spindelegger (VP). Aus der eigentlich Konfrontation wurde allerdings ein Kuschelkurs.
Mangelware. Nur selten wurde es hektisch, und falls es laut wurde, war der Kanzler am Wort. Sonst präsentierte Faymann sich eher defensiv und freundschaftlich, wieß immer wieder auf Gemeinsamkeiten mit dem Koalitionspartner hin. Spöttische Bemerkungen Faymanns Richtung Spindelegger wirkten beinahe freundschaftlich.
Auch Spindelegger verzichtete auf Tiefschläge und persönliche Angriffe. Faymann Scherz, wer ihn denn "gefesselt" hätte, nachdem er mehrmals den Begriff "entfesselte Wirtschaft" nannte, ließ der Vizekanzler ebenso aus wie die Möglichkeit, Faymann als "Lügenkanzler" bloßzustellen. Spindelegger nahm seinen Kollegen gar in Schutz: "Er ist mein Regierungspartner, ich arbeite mit ihm zusammen. Habe aber andere Meinungen."
Vernichtendes Urteil des Experten
Auch wenn die Experten den Politikern einen sehr guten und sachlichen Auftritt bescheinigten, gab es doch für die Beziehungsebene ein Nichtgenügend. "Es war nicht wirklich ein Duell, in der zweiten Halbzeit war das Publikum interessanter. Beide hatte unheimlich viel Blickkontakt. Ich habe auch die ganze Zeit gewartet, wann sich die zwei angreifen. Doch beide haben sich den Rücken gestärkt. Das Publikum glaubte das wohl nicht und niemand bekam eine Antwort auf seine Frage", so Körpersprachenexperte Günther Hübner in seinem vernichtenden Urteil.
Faymann, ein Lügenkanzler?
In den Bereichen Bildung und Steuern waren die Koalitionspartner gar allzu sehr darauf bedacht, auf eine gemeinsame Linie hinzuweisen, als sich gegenseitig an die Wand zu spielen. Offensichtlich wurde im Hintergrund auch schon die nächste Zusammenarbeit geplant. Spindeleggers Schlussstatement auf die Frage, was er as Kanzler Faymann zum Abschied schenken würde: "Ich würde ihn einladen, eine Regierung zu bilden."
Faymann zur Wirtschaftslage
Spindelegger zur Vermögenssteuer
Nur einmal hatte man das Gefühl, es könnte ein kleiner Sturm aufkommen, als es um das Thema Mindestsicherung ging. Nachdem Faymann die Mindestsicherung verteidigt hatte, sprach Spindelegger von einem regelrechten "Missbrauch" in Wien: "Da kann aber etwas nicht stimmen, wenn von den 210.000 Mindestsicherungsbeziehern zwei Drittel aus Wien kommen." Als Faymann lächelnd bestätigte, dass das System keine "soziale Hängematte" sein dürfe, war aber schnell wieder alles gut.
Faymann über den Euro
Schlussstatement Spindelegger
Schlussstatement Faymann
Lesen Sie weiter: Der Live-Ticker zum Nachblättern! . Sie konnten die Diskussion Live auf Heute.at mitverfolgen!
Lesen Sie weiter: Das war die Ausgangssituation Wer länger als eine Minute redet, wird verwarnt. Nach 45 Minuten gibt’s Werbung, die erste Pause. Der deutsche Körpersprache-Experte Günter Hübner analysiert das Auftreten, Meinungsforscher Bachmayer zeigt Blitz-Umfragen. Es folgt die zweite Halbzeit. Milborn: "Wenn’s hitzig wird, gehen wir nach 90 Minuten in die Verlängerung."
100 Studiogäste
In einem Kreis um die Pulte der Diskutanten sitzen 100 Studiogäste. Gundula Geiginger holt von ihnen Fragen ein
Tausende via Internet
Außerdem leitet Geiginger Fragen, die auf Twitter, Facebook oder puls4.com auftauchen, live ins Studio weiter
Neun Kameras filmen mit
Sieben fix installierte Kameras, eine am Kran und eine mobile Steadicam sollen gute Einblicke ermöglichen
Champions-League-Studio
Für die Polit-Talks hat Puls 4 das große Fußball-"Champions League"- Studio in Wien-St. Marx umgebaut
Umfragen live ins Studio
Wiens Donauplatte im Hintergrund, zwei TV-Schirme für Grafiken vorne
Faymanns Stehpult
Wie beim Ministerrat: Der Kanzler steht rechts (vom TV-Zuseher aus).
Spindelegger steht links
Der Vizekanzler steht bei der Diskussion links. Beide können sich im inneren Kreis frei bewegen
(enu)