Politiker auf Bällen: Wer zahlt was?

Bild: Picturedesk

Die Reichen, die Schönen und einige Künstler treffen sich am 23. Februar wieder zum Staatsgewalze in der Wiener Oper. Die Spitzenpolitiker unter den 5.500 Ballgästen ersparen sich 290  Eintritt.

Für Repräsentation stehen Politikern eigentlich "Amtspauschalen" zu. Ein Minister darf monatlich insgesamt 770,33 Euro für den Besuch gesellschaftlicher Ereignisse oder Einladungen aufwenden. Kanzler und Nationalratspräsidentin stehen mehr als 1.000 Euro zur Verfügung. Doch beim Opernball ist alles anders: Die Regierung bildet das "Ehrenpräsidium", der Bundespräsident übernimmt den "Ehrenschutz", erklärt André Comploi, Sprecher der Wiener Staatsoper. Das verschafft ihnen kostenlose "Ehrenkarten", je zwei pro Person. Wer Gäste einlädt, greift auf das Repräsentationsbudget zurück. Das trifft heuer etwa auf Finanzminister Hans Jörg Schelling (VP) zu.

Er zahlt 580 Euro für die Tickets von IWF-Direktorin Christine Lagarde und Maltas Finanzminister Edward Sciclun – exklusive Speis und Trank. Kostenlose Ehrenlogen erhalten heuer nur Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kanzler Chistian Kern (SP). Alle anderen müssen Logen selbst finanzieren – die Logenmiete (11.500 bis 20.500 Euro) übersteigt jedes Repräsentationsbudget. Schon vor neun Jahren war ein Streit über die Preise entbrannt. Ex-Direktor Ioan Holender wollte allen Politikern Logenmiete verrechnen. Verrechnet. Für Wirbel sorgte am Wochenende eine "Goldloge" am rechten Akademikerball: Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FP) hatte 1.000 Euro dafür über das Parlament verrechnet. Seine Amtspauschale beträgt monatlich 639,52 Euro. Vorgriffe auf das Budget des Folgemonats sind aber rechtlich gedeckt.

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