Politischer Sockenlauf für Wiens U-Bahn-Zukunft

Bund und Stadt haben sich auf die Finanzierung des U2/U5-Linienkreuz geeinigt. Als Dank gab es dafür vom Wiener Linien-Chef die passenden Socken.

Die Finanzierung des Wiener U-Bahnausbaus ist gesichert. Wie Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Finanz- und Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) heute, Montag, im U2/U5-Infocenter in der U-Bahnstation Volkstheater (Neubau) bekannt gaben, haben sich Stadt Wien und der Bund über die Finanzierung der weiteren Ausbauphase der Wiener U-Bahn geeinigt.

Insgesamt investieren Stadt und Bund in den nächsten Jahren rund sechs Milliarden Euro in den U-Bahn-Ausbau von U2 und der vollautomatischen U5 nach Hernals und bzw. zum Wienerberg. Die Investitionen werden wie bisher im Verhältnis 50:50 zwischen Stadt und Bund aufgeteilt. "Wir haben schon lange verhandelt", gibt Blümel auf "Heute"-Rückfrage zu. Das sei aber den "Dimension des Projekts" und der Berücksichtigung und Empfehlungen des Rechnungshofs geschuldet gewesen.

2. Ausbaustufe bringt Kostendeckel, neue rechtliche Basis und strengeres Controlling

Nachdem es bei der ersten Ausbaustufe zu einer deutlichen Verzögerung kam, wir haben berichtet, gelten für die zweite Baustufe nun neue Regeln. "Sechs Milliarden Euro sind viel Steuergeld", gibt Blümel zu bedenken. Daher habe man sich nun auf einen Kostendeckel und ein strengeres Kostencontrolling geeinigt. Zudem wurden der bisher für solche Fälle übliche privatrechtliche Vertrag durch eine 15a B-VG Vereinbarung ersetzt. Dadurch seien die Zuständigkeiten nun klarer geregelt, wie Blümel erklärt.

Bis 2035 sollen U2 und U5 bis Hernals bzw. zum Wienerberg fahren.
Bis 2035 sollen U2 und U5 bis Hernals bzw. zum Wienerberg fahren.Wiener Linien

Bunte Öffi-Socken als Danke für Finanzierungszusage

"Heute gibt es nur strahlende Gesichter", zeigt sich Hanke erfreut. Von der nun gesicherten Finanzierung des U-Bahnausbaus profitierten nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die lokale Wirtschaft sowie der gesamte Wirtschaftsstandort Wien. Diese Einschätzung teilte auch Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer. Als Dank übergab er an Finanzminister Blümel türkise U5-Socken, für Austria-Fan Hanke gab es die lilafarbenen U2-Socken.

"Der weitere Ausbau des Linienkreuzes U2xU5 ist eine wichtige Optimierung des öffentlichen Verkehrs in der Bundeshauptstadt und wird viele Wienerinnen und Wiener entlasten. Mit der Kofinanzierung der U-Bahn nimmt der Bund seine Verantwortung wahr. Die Erwartungshaltung ist, dass dieses Großprojekt nicht nur ökologisch, sondern auch budgetär mehr Nachhaltigkeit bringt", erklärte Blümel.

Hanke betonte die "faire Einigung zwischen Stadt Wien und dem Bund", die den U2xU5-Ausbau bis nach Hernals und bis zum Wienerberg im Süden Wiens sichert. "Alle Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel sind eine kraftvolle Klimaschutzvorsorge mit direktem Mehrwert für die Wirtschaft. Bereits beim Ausbau der ersten Baustufe sind viele österreichische Unternehmen für das Projekt tätig, das bringt eine hohe regionale Wertschöpfung. Zusätzlich sichern die erste und zweite Baustufe von U2xU5 insgesamt rund 30.000 Arbeitsplätze", so der Stadtrat.

U-Bahnausbau lässt das Netz bis 2035 um 11 Kilometer und 12 Stationen wachsen

Die erste Baustufe von Frankhplatz (Alsergrund) bis Matzleinsdorfer Platz (Favoriten) ist bereits in Bau. Mit der zweiten Baustufe bekommt die U5 vier weitere Stationen und wird zukünftig über die neuen Öffi-Knoten Arne-Karlsson-Park, Michelbeuern-AKH (beides Alsergrund) und Elterleinplatz bis nach Hernals führen. Dort wird die vollautomatische U-Bahn-Linie an die ÖBB-Vorortelinie (S-Bahn) angeknüpft. Die U2 wird in der zweiten Baustufe vom Matzleinsdorfer Platz über die Gußriegelstraße bis zum Wienerberg (Favoriten verlängert.

2026 soll die vollautomatische U5 bis zum Frankhplatz fahren, 2028 die U2 bis Matzleinsdorfer Platz fertiggestellt werden. Mit Abschluss der ersten Baustufe wächst das Wiener U-Bahn-Netz um rund fünf Kilometer und sechs neue U-Bahn-Stationen. Mit der zweiten Baustufe von U2xU5 kommen weitere sechs Kilometer mit sechs U-Bahn-Stationen dazu. Die Inbetriebnahmen der Verlängerungen bis Hernals und Wienerberg werden aus heutiger Sicht zwischen 2032 und 2035 erfolgen. Mit dem Öffi-Ausbau U2xU5 wächst das Wiener U-Bahn-Netz insgesamt um elf Kilometer und zwölf neue Stationen.

U2/U5 sparen jährlich bis zu 75.000 Tonnen CO2

Die hohe technische Komplexität rund um den U-Bahn-Bau in dichtbebautem Stadtgebiet mache den Öffi-Ausbau U2xU5 auch auf Grund der langfristigen Positiveffekte zum Klimaschutz-Jahrhundertprojekt. Mit dem neuen U2/U5-Linienkreuz werde die Leistungsfähigkeit der Wiener Öffis nachhaltig gesichert. Mehr als 300 Millionen zusätzliche Öffi-Nutzer und insgesamt 1,3 Mrd. Fahrgäste pro Jahr könnten dadurch die öffentlichen Verkehrsmittel Wiens nutzen.

Das nützt auch dem Klima: Durch den Ausbau könnten jährlich bis zu 75.000 Tonnen CO2 einspart werden. Das entspreche der Umweltleistung eines Waldes mit sechs Millionen Bäumen auf einer Fläche der gesamten Donaustadt, oder der Bezirke 1 bis 11 zusammengerechnet.

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