Polizei schießt Tränengas auf Demonstranten in Istan...

Ausnahmezustand in Istanbul: Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK eskaliert. Nach tagelangen Angriffen auf kurdische Städte im Süden der Türkei und verhängten Ausgangssperren demonstrierten Hunderte am Sonntag in Istanbul. Sie wurden von der Polizei mit Tränengas brutal vertrieben.

Bei der türkischen Großoffensive starben in den vergangenen Stunden mehr als 100 PKK-Kämpfer. In den Städten Silopi und Cizre fuhren Panzer auf, 10.000 türkische Soldaten sind im Einsatz, es gilt eine Ausgangssperre. Vor allem Cizre wurde mit Panzern beschossen, 300 Gebäude sollen dem Erboden gleichgemacht worden sein. Ziel ist die als Terrororganisation geltende PKK, die für einen eigenen Kurdenstaat kämpft.

Eigentlich herrschte zwischen der Türkei und der PKK ein Waffenstillstand, der von der Türkei aufgekündigt wurde, als die prokurdische Partei HDP bei der Wahl im Juni ins Parlament einzog. Seitdem geht die Türkei brutal gegen kurdische Gebiete vor. In Istanbul kam es am Sonntag zu einer prokurdischen Demonstration, bei der ein Ende der Militäroffensive gefordert wurde.

Auch politische Eskalation

Die Demonstranten nannten Erdogan einen "Mörder". Die Polizei ging gegen die mehreren hundert Menschen mit Wasserwerfern und Tränengas vor. Die Menschenmenge wurde auseinandergetrieben und bis in Seitengassen verfolgt. Demonstranten wiederum setzten Müll und andere Gegenstände in Brand, vereinzelt flogen Molotow-Cocktails.

Auch auf politischer Ebene eskaliert die Situation. HDP-Vizechef Selahattin Demirtas bezeichnete Erdogans Partei AKP als "den IS der Türkei" und eine "faschistische" Gruppierung. Zuvor hatte die Zeitung "Takvim" ein Foto von Demirtas in Uniform an einem Tisch mit PKK-Kämpfern veröffentlicht, das tatsächlich eine Bildmontage sein soll.

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