Beamte der Landesverkehrsabteilung (LVA) Tirol führten am Samstag gegen 08.27 Uhr Schwerverkehrskontrollen auf der A 13 im Gemeindegebiet von Gries am Brenner durch. Im Zuge dessen wurde ein Lenker eins Sattelkraftahrzeuges, ein 57-jähriger Grieche, angehalten und kontrolliert.
Die Auswertung der Datensätze der Fahrerkarte und der Fahrzeugeinheit ergab mehrere Ungereimtheiten. Am Zeitstrahl waren mehrfach Lenkzeiten von drei unterschiedlichen Fahrern zu erkennen. Die Zeiten waren nicht als Mehrfahrerbetrieb aufgezeichnet.
Ein Kartenwechsel erfolgte vielfach ohne größere zeitliche Unterbrechung, also unmittelbar folgend der Entnahme, in Frankreich, Italien, Deutschland, und Österreich ohne Bezug zum Firmensitz oder Wohnort des Lenkers.
Dies ließ den Rückschluss zu, dass der 57-Jährige neben seiner eigenen, eine zweite und dritte Fahrerkarte verwendete, um seine Tageslenk- und Ruhezeiten gesetzeskonform darzustellen und folgend einer verwaltungsbehördlichen Verfolgung, wegen Lenk- und Ruhezeitübertretungen, zu entgehen.
Eine Zusammenführung der Lenkzeiten der drei Fahrerkarten, ergab mehrere schwerste, sehr schwerwiegende und schwerwiegende Übertretungen im Sinne der EGVO. (Fahrtunterbrechung, tägliche Ruhezeit, wöchentliche Ruhezeit, Tageslenkzeit usw.) Auszugsweise lenkte der Lenker seinen Sattelzug für insgesamt
- rund 23 Stunden (tägliche Lenkzeit, 9 bzw 10 Stunden erlaubt)
- rund 13 Stunden (ununterbrochene Lenkzeit, 4,5 Stunden erlaubt)
- bzw. konsumierte lediglich 1 Stunde, anstatt der mind. 9 Stunden tägliche Ruhezeit, im 24 Stunden Zeitraum.
Der Lenker, der sich bei der Einvernahme voll geständig zeigte, wird an die zuständigen Stellen angezeigt. Eine vorläufige Sicherheitsleistung wurde eingehoben. Die Fahrerkarten wurden eingezogen. Die Weiterfahrt wurde untersagt.