Zu dramatischen Szenen kam es im Rahmen einer Amtshandlung am Freitag um 16.30 Uhr auf der Aspernbrücke zwischen der Inneren und Leopoldstadt. Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere Polizisten einen Klima-Aktivisten zu Boden drücken, das Opfer mehrfach schlagen. Die anderen Polizisten drehen sich demonstrativ weg, schirmen die Szene ab.
Polizeisprecher Patrick Maierhofer schildert, dass man wisse, welche Beamte in dem Video zu sehen sind. "Ein erster Anlassbericht ist an die Staatsanwaltschaft Wien gegangen", so Maierhofer. In den kommenden Tagen sollen die Zeugen des Vorfalls, das Opfer sowie die beteiligten Polizisten vom Referat für besondere Ermittlungen einvernommen werden.
Weil Opfer sich wehren wollte, wendeten Beamte rohe Gewalt an
Das polizeieigene Videomaterial, das bei der Aktion angefertigt wurde, sei noch nicht ausgewertet worden. Die Staatsanwaltschaft wird aufgrund aller Fakten entscheiden, ob die Maßnahmen der Polizisten verhältnismäßig oder eine Überschreitung waren und ob Anklage erhoben wird.
Bei dem am Boden liegenden Mann dürfte es sich um einen Teilnehmer der Sitzblockade am Ring nahe der Urania gehandelt haben. Laut Maierhofer wurde er von den Beamten weggetragen. Dabei soll er mehrmals in Richtung der Beamten getreten haben. Laut Polizei werden ihm die Delikte Widerstand gegen die Staatsgewalt und versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen.
Unverhältnismäßige Gewalt
Die Organisatoren der Klimaaktion kritisieren den Polizeiapparat scharf: "Schon zu Beginn der Aktion drohte uns die polizeiliche Einsatzleitung mit Gewaltanwendung", so Sina Reisch, Pressesprecherin der Aktionsform "Ende Geländewagen". Während der Räumung seien einige Beamte tatsächlich mit unverhältnismäßiger Gewalt vorgegangen.
Eine Person mit Platzwunde musste ärztlich versorgt werden, eine weitere das Krankenhaus aufsuchen. "Zu der Platzwunde kam es, als ein Aktivist von sechs Beamten zu Boden gerissen und fixiert wurde. Dabei schlug der Kopf hart auf den Asphalt auf", erklärte Reisch.
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(rfr)