Polizist verteilte Koran in Kärnten

Bild: Lies Projekt Österreich

Mit Gratis-Koranexemplaren wollen sie vor allem eines: aufklären. Aber das "Lies!"-Projekt wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Initiator gilt als fundamentalistisch, an Infoständen wurden spätere Syrien-Kämpfer rekrutiert. Welche Rolle spielt ein Kärntner Polizist?

Mit Gratis-Koranexemplaren wollen sie vor allem eines: aufklären. Aber das "Lies!"-Projekt wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Initiator gilt als fundamentalistisch, an Infoständen wurden spätere Syrien-Kämpfer rekrutiert. Welche Rolle spielt ein Kärntner Polizist?

Zwei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris errichtete Ibrahim Abou-Nagie einen "Lies!"-Stand in Frankreichs Hauptstadt. "Das ist unsere Antwort auf Charlie Hebdo", sagt er in einem Youtube-Clip. Eine Verurteilung der Tat bleibt aus. Rund zwei Millionen Gratis-Korane hat die Stiftung des "Internet-Predigers" in zwölf europäischen Ländern verteilt.

In Österreichs Städten wird seit 2011 missioniert. "Der Zulauf ist geringer als in Deutschland", sagt Tarafa Baghajati von der "Initiative muslimischer Österreicher- innen", der "Lies!" der salafistischen Szene zuordnet. Der Verfassungsschutz beobachtet die Koran-Aktion, hat aber keine Handhabe. Offiziell werde ja eine heilige Schrift einer anerkannten Religion verteilt. Die "Beobachteten" sehen sich weder als Salafisten, noch wollen sie mit Abou-Nagie zu tun haben.

Und doch tragen viele Verteiler Jacken mit dem "Lies!"-Logo – auf "Heute" vorliegenden Fotos aus 2014 ist ein Kärntner Polizist zu erkennen. Auf "Heute"-Anfrage hat er (Name, Alter und andere Daten der Red. bekannt) bisher nicht reagiert. Im Innenministerium ist kein etwaiger "Undercover"-Auftrag bekannt. 

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