Alarm kurz nach 4 Uhr früh Montag am Stadtrand in Wien-Floridsdorf. Nach einem lautstarken Streit in einem modernen Wohnblock in der Marischkapromenade hatten Bewohner die Polizei gerufen. Die Beamten fanden einen leblosen Mann in einer Erdgeschosswohnung, dabei soll es sich um eine WG handeln. Leider kam für ihn jede Hilfe zu spät. Der rund 40-jährige Bewohner konnte nicht mehr reanimiert werden.
Beim "Heute"-Lokalaugenschein war die Spurensicherung noch vor Ort. Das riesige Wohnhaus liegt in einer Begegnungszone. Auf der Straße flitzen Kinder mit ihren Fahrrädern herum. Die WG ist im Erdgeschoss, direkt gegenüber – nur 10 Meter Luftlinie vom Tatort entfernt – ist ein beliebter, gut besuchter Kebap-Imbiss.
Gäste kennen die Bewohner der WG. Am Sonntag soll ein Mann mit einer Frau aus der Wohngemeinschaft gegen 22 Uhr noch in dem Imbiss gewesen sein. "Wir haben die beiden gestern hier gesehen. Er war sehr groß, sie eher klein", erzählt eine Besucherin. "Die beiden waren länger hier, haben Pommes und Kebap gegessen. Sie haben viel Bier und Wein getrunken." Die Stimmung sei gut gewesen. Danach seien sie wieder zurück in das Wohnhaus gegangen – Stunden später soll es zu dem tödlichen Streit gekommen sein.
Im Haus war es Montagmittag ruhig, niemand der anwesenden Bewohner hatte die Leute aus der WG im Erdgeschoss gekannt. "Aus dieser Wohnung habe ich schon einmal komische Geräusche gehört", erzählt Bewohner Stefan (42). "Es gab schon einmal einen Einsatz hier. Doch die Türen sind sehr dicht, man hört nichts von drinnen."
Andere Hausbewohner bestätigten das. "In dieser WG gab es immer andere Bewohner". Ein Mann mit Hund hat in der Nacht viel Blaulicht gesehen, "aber nie im Leben hätte ich mir gedacht, dass hier vielleicht ein Verbrechen passiert ist." Denn der genaue Hergang ist noch immer Gegenstand von Ermittlungen. Wie der Mann zu Tode kam, ist noch unklar. Die Unschuldsvermutung gilt.