Mit wedelndem Schwanz und hoffnungsvollem Blick wollte Hündin Luna am 18. Juli ihr "Hundeleben" in einem ukrainischen Tierheim endlich hinter sich lassen und beim neuen Frauchen Anna (38) in Konstanz (Deutschland) einziehen.
Luna sollte sich bei der aus der Ukraine geflüchteten Elektronik-Ingenieurin einfach pudelwohl fühlen – doch der österreichische Staat hatte etwas dagegen. Obwohl der herzige Husky-Mischling vorschriftsgemäß gegen Tollwut geimpft und mit einem Transponder ausgestattet war sowie beim Spezialtransport alle nötigen Dokumente mit hatte, kam er nie an seinem Ziel an.
Wie sich nach ein paar Tagen Hoffen und Bangen herausstellte, wurde der Hund an der Grenze von Ungarn zu Österreich im Zuge einer Kontrolle "verhaftet"– also von Grenztierärzten in amtliche Verwahrung genommen – und in ein Tierheim verfrachtet. Anna ist nun tierisch besorgt: "Am schlimmsten ist die Ungewissheit. Ich weiß weder, wo Luna ist, noch, ob sie gesund und in Sicherheit ist. Ich denke jeden Tag an sie und will sie endlich in die Arme schließen", sagt die 38-Jährige zu "Heute".
Laut einer Mail des Tierheims vom 12. August kam Luna "auf behördliche Anordnung" in eine "weitere Einrichtung zur Quarantäne". Rechtsanwalt Gregor Klammer unterstützt die Tierschützerin gemeinsam mit dem Verein FAIR AUSTRIA und reichte Maßnahmenbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. "Die sollen den Hund unverzüglich herausgeben", fordert Klammer und pocht vor allem auf die Beachtung des Tierwohls – denn Luna ist erst 16 Monate alt und eine (zu) lange Unterbringung stelle eine "erhebliche Belastung" für die herzige Hundedame dar.
"Luna erfüllte sämtliche Einreisevoraussetzungen, alle Veterinärbescheinigungen waren gültig – für die Verwahrung fehlt schlicht jedwede Grundlage", bellt er in Richtung der Behörden. Anna will nicht aufgeben und, wenn nötig, durch alle Instanzen gehen. "Mein anderes Hündchen Fantik wartet zu Hause sehnsüchtig auf seine neue Spielgefährtin." Für die Behörden gilt indes die Unschuldsvermutung.