Ein Cobra-Einsatz mitten in der Nacht endete für einen jungen Wiener in einem Albtraum. Beamte stürmten am 4. September 2025 um kurz vor halb fünf Uhr früh völlig ohne Vorwarnung die Wohnung eines 30-jährigen Mannes in der Schlachthausgasse (Wien-Landstraße), brachen die Eingangstüre auf.
"Die Maskierten warfen eine Blendgranate, die ein ohrenbetäubendes Geräusch machte, auf einmal war alles hell", wurde das Opfer aus dem Schlaf gerissen, ihm fuhr der Schreck durch Mark und Bein. "Ich kassierte einen Schlag gegen den Kopf, bekam Handschellen angelegt, es schmerzte. Danach musste ich auf den Knien ausharren."
Dabei passiert dem Betroffenen ein höchst unangenehmes Missgeschick. Doch trotz völlig verschmutzter Hose erlaubte man dem Mann nicht mehr, die Kleidung zu wechseln. Verschmiert und schlimm gedemütigt, wurde er von den Beamten mitgenommen und für einen längeren Zeitraum in eine Arrestzelle gesteckt.
"Meinem Mandanten konnte weder ein nachvollziehbarer Grund für seine Festnahme genannt werden, noch wurde ihm ein rechtmäßiger Haftbefehl vorgelegt", erklärt Anwalt Gregor Klammer über den Fall schockiert.
Nach Stunden stellte sich heraus, woran das lag: Er war verwechselt worden, die Beamten "erwischten" den Falschen.
Das könnte der Republik nun teuer kommen: Unterstützt durch den Verein "Fair Austria" und Anwalt Klammer reichte der Wiener Maßnahmenbeschwerde ein und gewann. Eine Amtshaftungsklage soll nun folgen, bei der könnten rund 20.000 Euro anfallen. Der Betroffene selbst fordert 2.000 Euro wegen der erniedrigenden Behandlung ein.