Das Thema lässt Wolfgang aus Wien-Simmering nicht los. Wenn es um Arbeitslosengeld und Pfusch geht, fallen dem Pensionisten mehrere Fälle ein, auch aus seinem eigenen Umfeld. "Ich könnte Hunderte Beispiele bringen", sagt Wolfgang im Gespräch mit "Heute".
Einer davon ist ein Bekannter, der mit rund 50 Jahren keinen lukrativen Job mehr gefunden hat. Laut Wolfgang bezieht der Mann schon länger Geld vom AMS und arbeitet gleichzeitig nebenbei schwarz.
"Er hat es mir direkt gesagt, dass er so mehr verdient als früher als Angestellter", sagt Wolfgang.
Nächstes Beispiel: Wolfgang besucht regelmäßig einen Kleingartenverein. Dort tauchen immer wieder Personen auf, die ungefragt ihre Arbeitskraft anbieten.
Heckenschneiden, andere Gartenarbeiten oder Reparaturen, hier wird angeblich vieles angeboten. Viele nehmen die Leistung in Anspruch. "Ich verstehe einfach nicht, dass da niemand kontrolliert", sagt Wolfgang.
Der Wiener war zuerst lange Jahre im Staatsdienst, später als Unternehmer tätig. Er weiß: "Wer ein Unternehmen hat und wirklich sämtliche vorgeschriebenen Abgaben bezahlt, kann bei Pfuscher-Preisen niemals mithalten."
Die lang anhaltende Krise befeuert die Schattenwirtschaft noch weiter: "Die Leute haben einfach kein Geld mehr, es geht sich nicht mehr aus", sagt er.
Wolfgang berichtet weiter: Ein Paketzusteller soll laut seinen Informationen als arbeitslos gemeldet sein, gleichzeitig aber sein Geschäft schwarz betreiben.
"In was für einer Welt leben wir?", fragt sich Wolfgang, "wenn der erwischt wird, streichen die ihm nur wenige Wochen lang das Geld, danach macht er wieder weiter."
"Was mich aufregt, ist der Umstand, dass immer mehr arbeitsfähige Handwerker bewusst nicht arbeiten gehen, obwohl sie könnten und Arbeitslosengeld kassieren! Leidtragend sind die ehrlichen in diesem Land!"
Immer mehr "Heute"-Leser melden sich zu diesem Thema. Kerstin aus Salzburg etwa berichtet von einem arbeitslosen 21-Jährigen, den sie kennt. Besonders ein Satz von ihm macht sie rasend: "Glaubst du, ich bin so blöd und gehe arbeiten."