"Unmöglich, dass ich das war"

55 Euro Raser-Strafe – "Ich war doch beim Friseur"

Seit seinem 18. Lebensjahr fährt Herbert B. Auto, jetzt bekam er mit 78 seine erste Verkehrsstrafe. Doch der Wiener ist sicher: Er war es nicht.
Michael Pollak
22.08.2026, 07:00
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Diese Anonymverfügung ärgert Herbert B. gewaltig. Der 78-jährige Wiener fährt seit knapp 60 Jahren Auto und hatte bisher noch nie eine Verkehrsstrafe kassiert, "seit meinem 18. Lebensjahr hatte ich noch nie Probleme!", sagt er zu "Heute".

Doch jetzt flatterte die erste Strafe ins Haus. Herbert B. soll am 4. August auf der Leberstraße in Wien-Landstraße zu schnell unterwegs gewesen sein. Statt der erlaubten 30 km/h soll sein Auto mit 45 km/h gefahren sein. Die Strafe: 55 Euro.

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"Das kann ich nicht gewesen sein"

Herbert B. bestreitet nicht nur, zu schnell gefahren zu sein. Er ist überzeugt, dass sein blauer Audi zu diesem Zeitpunkt (8.08 Uhr früh) überhaupt nicht dort unterwegs gewesen sein kann.

Seine Begründung: Zum fraglichen Zeitpunkt sei die ganze Familie beim Friseursalon in seinem Heimatbezirk Donaustadt gewesen. Seine Ehefrau und seine Tochter könnten das bestätigen, ebenso das Personal des Salons, "wir stehen in dem Reservierungssystem, ich war an diesem Tag als Erster dran." Sein Auto habe er in dieser Zeit auch niemand anderem überlassen.

Noch dazu: "Ich fahre niemals mit dem Auto in die Stadt, sondern nur mit den Öffis", sagt der 78-Jährige.

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Strafe trotzdem bezahlt

Herbert B. ist ratlos, "welches Fahrzeug wurde bei dieser Geschwindigkeitskontrolle erfasst?" Trotz seiner Zweifel hat Herbert B. die 55 Euro bereits bezahlt. Einen Streit um die Strafe wollte er sich nicht antun. Aber: "Das nervt mich schon sehr."

Polizei kommentiert den Fall nicht

"Heute" fragte bei der Wiener Polizei zu diesem Fall nach. Dort will man zu der konkreten Anonymverfügung keine Stellung nehmen: "Anfragen zu individuellen Anonymverfügungen mit personenbezogenen Daten werden von uns nicht kommentiert", heißt es.

Einige Tage später sieht Herbert B. die Sache bereits gelassener. Die 55 Euro sind bezahlt, für ihn ist die Angelegenheit damit vorerst erledigt: "Ich sehe das sportlich, habe eingezahlt, möchte meine Ruhe haben."

Eines hat er sich allerdings vorgenommen: "Beim nächsten Mal erhebe ich Einspruch."

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 22.08.2026, 08:35, 22.08.2026, 07:00