Vor der norwegischen Küste haben Forscher in rund 600 Metern Tiefe ein außergewöhnlich gut erhaltenes Schiffswrack gefunden. Das Wrack stammt aus dem 18. Jahrhundert und beherbergt eine Vielzahl wertvoller Handelsgüter, die nun geborgen und untersucht werden.
Der Fund gilt als eine der bedeutendsten Entdeckungen der maritimen Archäologie der vergangenen Jahre. Dank der großen Tiefe ist das Wrack nahezu unversehrt geblieben und bietet laut den Forschern eine seltene Momentaufnahme aus der Zeit der frühen Globalisierung.
Das Wrack wurde zufällig von einem Norweger während einer Vermessungsfahrt im Skagerrak entdeckt. Die Forscher beschreiben das Schiff als eine Art Zeitkapsel, die neue Einblicke in historische Warenströme und Handelsnetzwerke ermöglicht.
Bereits jetzt konnten zahlreiche Handelsgüter aus verschiedenen Regionen Europas geborgen werden. Neben Kronleuchtern, Glaswaren und Textilien fanden die Archäologen auch Getreide sowie Holzkisten, die vermutlich Tee, Heilkräuter und Arzneimittel enthielten. Ein Ziegelstein aus der Schiffsküche mit dem Stempel der Lübecker Ratsziegelei liefert Hinweise auf die Herkunft einzelner Ausstattungsstücke.
Besonders hervorzuheben sind die Porzellanfunde, die dem Wrack den Namen 'Porzellanwrack' einbrachten. Analysen ergaben, dass das Porzellan ursprünglich aus China stammt und über internationale Handelswege nach Europa gelangte.
Nach der Bergung sollen die Fundstücke fachgerecht konserviert und wissenschaftlich dokumentiert werden. Bereits im Juni plant das Norwegische Schifffahrtsmuseum in Oslo eine erste Ausstellung mit ausgewählten Objekten. Zudem ist eine große Sonderausstellung rund um das Porzellanwrack und seine außergewöhnliche Ladung in Vorbereitung.