Darm: Postbiotika sind die neuen Superhelden

Dass Pro- und Präbiotika gut für unsere Darmgesundheit sind, haben wir gecheckt. Aber was hat es mit Postbiotika auf sich? Wir klären auf.

Dank der großen Aufmerksamkeit, die unser Darm in den letzten Jahren von Forschenden und Medien erhält, sind auch seine fleißigen Helferchen – die Bakterien – immer mehr in den Vordergrund gerückt. Unser Darm enthält nämlich Millionen davon, die unsere psychische und körperliche Gesundheit unterstützen. Die wohl bekanntesten Vertreter sind die Präbiotika und Probiotika.

Probiotika sind lebende Organismen, die in unserem Magen-Darm-Trakt wohnen. Sie reinigen den Darm und unterstützen so den Verdauungsprozess. So unterstützen sie zum Beispiel das Immunsystem und das Gleichgewicht der Haut. Wie alle Lebewesen benötigen auch Probiotika Nahrung, um munter zu bleiben. Und hier kommen die Präbiotika ins Spiel – die schmecken dem Reinigungsteam nämlich besonders gut.

Haut rein bei Chicorée & Co.

Im Grunde genommen sind Präbiotika unverdauliche Pflanzenfasern, die in den Dickdarm gelangen, wenn wir bestimmte Lebensmittel essen – Chicorée, Artischocken oder Bananen zum Beispiel. Je mehr die Probiotika-Gang davon zu essen bekommt, desto effizienter arbeiten sie. Der Darm ist happy.

Vergangenes Jahr haben Forschende der McMaster Universät in Kanada aber noch eine Bakterienart entdeckt, die das Gleichgewicht unseres Darms maßgeblich beeinflussen: Die Postbiotika.

In ihrer Studie, die im "Jorournal of Gastroenterology" erschienen ist, beschreiben sie ihre Entdeckung so: "Eigentlich handelt es sich bei den Postbiotika um Abfallprodukte, die entstehen, wenn die probiotischen Bakterien die präbiotischen Bakterien verdauen."

"Die Postbiotika sind die wahren Helden"

Vom Wort "Abfall" sollte man sich an dieser Stelle aber nicht täuschen lassen: Anscheinend steckt in diesen Überresten nämlich ganz schön viel Power drin. In ihrer Untersuchung mutmaßen die Forschenden, dass es gar nicht die Probiotika sind, die so gut für den Darm sind – sondern eher die Postbiotika, die von ihnen produziert werden. "Die Postbiotika sind vermutlich die wahren Helden", so der Hauptautor Thomas Schertzer im Abstract.

Was genau ihre Superpower ausmacht? Sie sollen Infektionen und Krankheiten vorbeugen können, weil sie offenbar in der Lage sind, schädliche Bakterien abzubauen. Außerdem sollen Postbiotika entzündungshemmend sein. Das könnte, laut den Autoren der Studie, besonders bei der Behandlung von chronischen und entzündlichen Darmerkrankungen wie Reizdarm oder Morbus Crohn ein ziemlicher Meilenstein sein.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie sich besonders viele dieser Postbiotika in unseren Darm manövrieren lassen: Laut Professor Schertzer sollen sich dafür besonders kurzkettige Fettsäuren eignen. Die produziert unser Körper etwa, wenn wir regelmäßig Sport treiben. Wers einfacher (und leckerer) will, sollte angeblich vermehrt zu Apfelessig, Spirulina (blaugrüne Mikroalge) und Chlorella (Süßwasseralge) greifen.

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