Poysdorf: Selber Richter entscheidet über U-Haft

Verdächtiger sitzt in Korneuburg.
Verdächtiger sitzt in Korneuburg.Bild: Daniel Schreiner

Nach der neuerlichen Festnahme eines Afghanen, der in Poysdorf eine Frau (55) attackiert haben soll, entscheidet heute derselbe Haftrichter über eine U-Haft.

Für gewaltigen Wirbel im Weinviertel und auch politische Wellen hatte der Fall Poysdorf gesorgt. Wie berichtet soll ein 22-jähriger Afghane am helllichten Tag im Bezirk Mistelbach eine 55-Jährige mit einem Messer verletzt und fast vergewaltigt haben.

Der Verdächtige wurde im Zuge einer Großfahndung inklusive Helikopter rund 1,5 Stunden nach der mutmaßlichen Tat gefasst, kam nach Korneuburg, dort ließ ihn jedoch der Haftrichter am Abend laufen. Grund: Der Jurist sah zu viele Widersprüche in der Aussage der Frau (betreffend Größe und Kleidung). Die Folge waren Proteste des Bürgermeisters und Unruhe in der Poysdorfer Bevölkerung.

DNA-Treffer

Als dann noch vorgestern (Dienstag 5.5.) der Afghane mittels DNA-Treffer überführt wurde, spitzte sich die Unzufriedenheit zu. Doch die Polizei tat wieder alles, konnte den Mann - der davor gewarnt worden war und das Handy entsorgt hatte – in Traiskirchen festnehmen. Die Erleichterung bei Bürgern und Stadtchef war groß ("Heute" berichtete).



Selber Richter


Der vorbestrafte Asylwerber wurde erneut in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert und am Mittwochabend in Beisein eines Dolmetschers (Anm.: der Mann spricht aber auch gut Deutschs) einvernommen. Über das Ergebnis der Einvernahme ist wenig bekannt.

Und heute in den Nachmittagsstunden, neun Tage nach der Freilassung, wird über eine etwaige Untersuchungshaft entschieden. Zuständig ist wieder jener Richter, der den 22-Jährigen letzte Woche überraschend enthaftet hatte.

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