Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdogan trifft den russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg. Gleich zu Beginn der Gespräche zeigten sich beide erfreut über eine neue Epoche in den Beziehungen der beiden Länder.
Tauwetter im St. Petersburg: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan trifft seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin, um die fröstelnden Beziehungen der beiden Länder wegen eines abgeschossenen Kampfjets wiederherzustellen. Gesprächsthemen sind der Krieg in Syrien aber auch ein Pipeline-Projekt und ein Atomkraftwerk.
"Ihr Besuch Russlands in diesen schwierigen Zeiten für die Türkei zeigt, dass beide Länder die bilateralen Beziehungen normalisieren wollen, was im Interesse der Bevölkerung beider Länder ist", sagte Präsident Putin zur Begrüßung vor Journalisten.
"Es gibt eine Reihe von bilateralen Themen zu besprechen", stimmte Erdogan zu. "Unsere Zusammenarbeit wird eine Vielzahl von Problemen in der Region lösen." Es wird erwartet, dass Russland den Einfuhrstopp türkischer Waren aufhebt und russische Urlauber wieder in die Türkei fliegen lässt.
Abgeschossener Kampfjet löst Krise aus
Im November des Vorjahres hatte die Türkei im Grenzgebiet zu Syrien einen russisches Kampfflugzeug abgeschossen, der Pilot starb. Moskau witterte einen Vorsatz, Ankara von einer Verletzung des türkischen Luftraums.
Die Beziehungen der beiden Länder verschlechterten sich darauf dramatisch, Russland erließ Sanktionen. Erst Ende Juni kam es zu einer Annäherung, als Erdogan den Angehörigen des getöteten Piloten kondolierte . Außerdem ließ er die beiden Kampfpiloten verhaften, die den russischen Jet abgeschossen hatten.
Sicherheit und Wirtschaft
Im Zuge der Gespräche, an denen auch die Außenminister beider Länder teilnehmen, wird wohl das Pipeline-Projekt Turkish Stream wiederbelebt, das russisches Gas durch das Schwarze Meer und die Türkei nach Südeuropa transportieren soll. Weiters könnte der russische Konzern Rosatom den Bau des Atomkraftwerks Akkuyu fortsetzen.
Ein wichtiges Thema werden aber Sicherheitspolitische Interessen sein: Die militärische Kontrolle des Schwarzen Meers und die Situation auf der Krim, aber auch der Krieg in Syrien.