Welt

Präsidentin spricht von Fährkapitän als "Mörder"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:15

Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye verurteilt den Kapitän der verunglückten Fähre "Sewol". "Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich", sagte Park bei einem Treffen mit Beratern laut ihrem Büro am Montag. Kapitän Lee Joon-seok warnte die Fahrgäste viel zu spät und flüchtete dann von seinem Schiff. Indes wurde die offizielle Zahl der Toten auf 104 erhöht.

Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye verurteilt den Kapitän der verunglückten Fähre "Sewol". "Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich", sagte Park bei einem Treffen mit Beratern laut ihrem Büro am Montag. Indes wurde die offizielle Zahl der Toten auf 104 erhöht.

Am Samstag wurden.

Auf der Brücke herrschte Panik: "können uns kaum bewegen"

Inzwischen tauchten Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen der Fähre und der Schifffahrtskontrolle auf. Als sich das Schiff gefährlich neigte, herrschte Panik auf der Brücke. Obwohl die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten war, gaben die Verantwortlichen keinen Befehl zu evakuieren. Stattdessen rieten sie den Fahrgästen, sich ruhig zu verhalten. "Wir neigen uns. Wir sind kurz davor runter zu gehen", hört man ein Besatzungsmitglied der Brücke auf den Aufzeichnungen. "Es neigt sich so sehr, wir können uns kaum bewegen."

"Lassen Sie sie schwimmen. Jetzt!"

An anderer Stelle sagte das Besatzungsmitglied, dass die Sicherheitsanweisungen nicht an die Passagiere durchgegeben werden konnten, da das Lautsprechersystem nicht funktionierte. Der Vertreter der Schifffahrtskontrolle erwiderte, sie sollten dennoch die Passagiere anweisen, ihre Rettungswesten und möglichst viele Lagen Kleidung anzuziehen. "Lassen Sie sie wenigstens einen Rettungsring tragen und lassen Sie sie schwimmen. Jetzt!", drängte der Vertreter.

Kapitän flüchtet von sinkendem Schiff

Hätte man sie früher gewarnt, hätten viele Fahrgäste gerettet werden können. Stattdessen ließ Kapitän Lee Joon-seok seine Passagiere "im Stich" und flüchtete vom Schiff. Viele der Todesopfer sind Schüler. Präsidentin will alle vor Gericht bringen

"Dies ist vollkommen unvorstellbar, rechtlich wie ethisch", sagte Präsidentin Park. Sie kündigte an, dass das Verhalten aller Beteiligter, angefangen von den Eignern des Schiffs, über die Inspektoren bis hin zur Besatzung, untersucht werde, und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht würden.

 auf dem Weg zur Insel Jeju. Seitdem sind Taucher und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge im Wrack auf der Suche nach 198 Vermissten. Die Zahl der bestätigten Todesopfer kletterte inzwischen auf 104. Realistische Hoffnungen, Übelebende zu finden, gibt es nicht mehr.

APA/red.

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