An der berühmten Mailänder Scala kocht die Stimmung: Die sogenannten "Loggionisti" – die traditionsbewussten Stammgäste auf den oberen Rängen – gehen wegen kräftiger Preiserhöhungen auf die Barrikaden.
Der Ärger richtet sich nicht nur gegen generell teurere Tickets. Besonders für Unmut sorgt eine neue Preis-Kategorie für begehrte Plätze in der zweiten Galerie. Betroffen sind 36 Sitzplätze in bester Lage: Das Abo dafür kostet künftig 1.050 statt bisher 800 Euro. Ein sattes Plus von mehr als 31 Prozent!
In einem in Mailand verteilten Flugblatt machen die Opern-Fans ihrem Ärger Luft. Die höheren Preise träfen vor allem das lokale Publikum eines Hauses, das zu rund einem Drittel mit öffentlichen Geldern finanziert werde und eigentlich einen kulturellen Auftrag für die gesamte Bevölkerung habe.
Auch Italiens Medien schalten sich ein. Die Tageszeitung "La Stampa" nennt die Scala bereits "das teuerste Theater Europas". Nur bei den Salzburger Festspielen müssten Besucher noch tiefer in die Tasche greifen.
Die Theaterleitung sieht die Aufregung dagegen als überzogen. Kommunikationschef Paolo Besana betont, dass nur ein kleiner Teil der Plätze von den Anpassungen betroffen sei. Im Durchschnitt fielen die Erhöhungen nur minimal aus.
Doch Kritiker schlagen Alarm: "Wenn die Scala zu einem Disneyland für reiche Touristen wird, stirbt das Opernhaus langsam", warnt "La Stampa". Die steigenden Ticketpreise seien jedenfalls kaum geeignet, diese Entwicklung aufzuhalten.